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«Cool» oder ein «Riesenklotz»?

Am Samstag geht Zürichs modernstes Sportzentrum mit eigener Eishalle in Betrieb. Ein Hingucker, der bei Anwohnern für Gesprächsstoff sorgt.

Das Dach des neuen Sportzentrums ragt über dem Eingang weit aus.
Das Dach des neuen Sportzentrums ragt über dem Eingang weit aus.
hub
Die Dimensionen des Hauptgebäudes mit der Eishalle.
Die Dimensionen des Hauptgebäudes mit der Eishalle.
Werner Schüepp
Hier lässt es sich für einen Eintritt anstehen: Die neuen Kassen im Heuried.
Hier lässt es sich für einen Eintritt anstehen: Die neuen Kassen im Heuried.
Werner Schüepp
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Für 80 Millionen Franken hat die Stadt Zürich im Heuried beim Triemli eine topmoderne Sportanlage mit Badi und Eishalle hingestellt. Morgen Donnerstag werden die Medien erstmals aus dem Innern berichten und am Samstag findet dann die offizielle Eröffnungsfeier statt. Aber von aussen zieht der Neubau schon seit längerem die Blicke auf sich. Vor allem das wuchtige Hauptgebäude und die Dachkonstruktion mit den riesigen Holzelemente sorgen im Quartier für Gesprächsstoff.

Der Pöstler, der seit 25 Jahren in Wiedikon Briefe und Zeitungen verteilt, findet: «Es ist ein toller Bau geworden. Speziell gefallen mir die Holzelemente, die geben ihm eine ganz spezielle Wärme, der Beton strahlt für mich eine Frische aus.» Er habe auf seiner Posttour während der zweijährigen Bauzeit fast keine negativen Reaktionen gehört. «Die Leute freuen sich auf ihr neues Sportzentrum.»

Hässlich, keine Augenweide

Eine nicht repräsentative Umfrage bei Anwohnern ergibt jedoch ein gespaltenes Bild. Eine ältere Frau, die ihre zwei Hunde Gassi führt, kann dem neuen Bau gar nichts abgewinnen: «Das Gebäude ist hässlich und überhaupt keine Augenweide.» In der alten Sportanlage sei sie früher oft täglich schwimmen gegangen, im neuen Gebäude werde sie das nicht mehr tun. «Der klotzige Bau stösst mich ab.»

Ein Mann mittleren Alters in Trainerhosen kritisiert ebenfalls die Grösse des Baus: «Das ist ein Riesenkomplex, der hier nicht in die Umgebung passt. Warum muss in Zürich immer alles gross, grösser, am grössten gebaut werden?» Er wohne seit zwölf Jahre im Quartier und könne auch nicht verstehen, warum dem Neubau einige schöne, alte Platanen zum Opfer fielen. Auch die Frau, die mit einem Koffer Richtung Tramhaltestelle eilt, ist nicht begeistert: «Das neue Heuried sieht aus wie eine riesengrosse Garage, viel Beton, massiv und trist.»

«Vorher sah es uralt aus»

Bei jüngeren Leuten fällt das Urteil über die Aussenansicht des Baus positiver aus. «Man sieht es doch schon von aussen: Man hat mehr Platz. Die Architekten haben die Anlage von überflüssigem Kleinkram befreit», sagt ein jüngeres Ehepaar. Sie werden auf alle Fälle am nächsten Samstag den Tag der offenen Tür besuchen, um auch vom Inneren von Zürichs neuestem und modernstem Sportzentrum einen Eindruck zu bekommen. Und ein Teenager, der auf einem der neu aufgestellten Bänke auf seinem Handy herumtippt, sagt: «Cool. Bin begeistert. Vor dem Neubau sah das Heuried ja uralt aus.»

Wie auch immer man zum neuen Sportzentrum steht: Es trägt dazu bei, dass die Gegend ums Triemli für Architekturinteressierte zum lohnenden Ausflugsziel geworden ist, nachdem diese lange Zeit den etwas miefigen Charme der Nachkriegszeit verströmte. Neben dem Stadtspital gibt es hier insbesondere auch auffällige neue Genossenschaftsprojekte zu entdecken, wie die Bildstrecke ganz oben zeigt.

Am Tag der offenen Tür des neuen Sportzentrums vom kommenden Samstag kann das Eisfeld getestet werden. Am Eröffnungsfest (ab 11.30 Uhr) gibt es unter anderem eine Eiskunstlaufshow mit May Steinle und Darbietungen des Eislaufclubs Heuried. Um 16 Uhr findet ein Eishockey ZSC Plauschmatch mit Piccolos statt, am Abend eine Eisdisco. Das Freibad mit neuem Kinderbereich wird in der Saison 2018 eröffnet.

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