Zum Hauptinhalt springen

CS-Chef Brady Dougan bringt Erlenbach nichts

Vom 71-Millionen-Bonus wird seine Wohngemeinde kaum profitieren. Möglicherweise zahlt sie sogar drauf.

Erlenbach - Über einen solchen Steuerzahler würden sich Millionen von Gemeinden auf der ganzen Welt freuen: Brady Dougan. Der Chef der Credit Suisse ist für seine Verdienste in den letzten fünf Jahren mit einem Bonus von 70,9 Millionen Franken belohnt worden. Dazu kommt für 2009 eine Gesamtvergütung von 19,2 Millionen, wovon 1 Million schon jetzt ausbezahlt wird. Doch wie viel von den insgesamt 72 Millionen wandert in die Kassen seines Wohnorts?

Laut Handelsregister wohnt Dougan in Erlenbach. Obwohl das Steuerregister im Kanton Zürich grundsätzlich öffentlich zugänglich ist, erteilen weder das kantonale Steueramt noch die Gemeinde Erlenbach Auskunft über den Wohnsitz des Amerikaners. Dougan hat seinen Eintrag sperren lassen. Der CS-Chef verbringt laut «SonntagsBlick» rund die Hälfte seiner Zeit bei seiner Familie in den USA, die andere Hälfte in der Schweiz.

Wo bezahlt der Banker also Steuern, und wie viel? Gemäss Robert Hubert vom kantonalen Steueramt wird hierzulande arbeitenden Ausländern ohne dauerhafte Niederlassungsbewilligung direkt vom Lohn eine Quellensteuer abgezogen. Da Dougan das Maximum von 120 000 Franken Einkommen aber deutlich überschreitet, hat er wie alle eine Steuererklärung auszufüllen.

Obwohl der Amerikaner häufig in den USA weilt, geht er in Erlenbach nicht als Wochenaufenthalter durch: «Gemäss geltendem Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA ist jemand, der in der Schweiz angestellt ist, nur hier steuerpflichtig», erklärt Huber.

Gemäss dem aktuellen Erlenbacher Steuersatz von 82 Prozent müsste Dougan 25 Millionen Franken an den Fiskus abliefern. Davon gehen 9,2 Millionen an den Kanton und 8,2 Millionen an den Bund. Wie die «Zürichsee-Zeitung» kürzlich ausgerechnet hat, würden für Erlenbach noch 7,5 Millionen übrig bleiben.

Davon hat die Gemeinde allerdings nur wenig: Erlenbach gehört zusammen mit den Goldküsten-Nachbargemeinden zu den Milchkühen, die den kantonalen Finanzausgleich speisen. «Je nachdem, wie hoch die Steuerkraft unserer Einwohner im Jahr 2009 war, fliesst fast das ganze Geld in andere, finanzschwache Gemeinden», erklärt der Erlenbacher Steuersekretär Rolf Walther.

Wegen des Finanzausgleichs habe Erlenbach kaum etwas von zusätzlichen Steuerzahlern. Es sei sogar möglich, dass die Gemeinde mehr in den Ausgleich einzahlen müsse, als sie mit neuen Einwohnern verdiene.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch