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Das Historische Museum sucht ein festes Zuhause

Die Historische Gesellschaft Wädenswil will mit ihrer Ausstellung «Heimgang» ein politisches Signal senden.

Von Res Hinterberger Wädenswil – Im Zentrum der neuen Ausstellung der Historischen Gesellschaft Wädenswil steht die Auseinandersetzung mit dem Tod. Dass die Ausstellung auch eine lokalpolitische Dimension hat, wird schnell klar: «Heimgang – Wie Wädenswil dem Tod begegnete» steht auf dem Plakat, das den Besucher der Ausstellung im alten Feuerwehrgebäude begrüsst. Und weiter unten: «Museum heimatlos – heute hier, morgen wo?» Das Museum der Historischen Gesellschaft Wädenswil ist bloss vorübergehend im ehemaligen Feuerwehrgebäude untergebracht, nur noch bis Ende Oktober. Dann beginnt dort der Umbau für die Bibliothek, und das Museum muss sich wieder ein neues Zuhause suchen. «Brauchen festen Standort» Präsidentin Dorothee Gysi und Kurator Adrian Scherrer sind mit dieser Situation gar nicht zufrieden: «Früher oder später brauchen wir einen festen Standort. Eine Stadt mit einer so interessanten und bewegten Geschichte wie Wädenswil braucht ein eigenes Historisches Museum», sagt Scherrer. Das gehöre nun einmal dazu, wenn man als Bildungsstadt ernst genommen werden wolle. Ausserdem sei Wädenswil eine der letzten Gemeinden am Zürichsee, die noch kein Historisches Museum hätten, ergänzt Gysi. Dies bedeute einen grossen organisatorischen Mehraufwand. Das Interesse der Bevölkerung scheint ihnen recht zu geben: Die erste Ausstellung, welche die Gesellschaft im alten Feuerwehrgebäude organisierte, zog über 1200 Besucher an. «Das zeigt, dass die Leute ein Historisches Museum wollen», sagt Scherrer. Die Ausstellungen seien deshalb auch immer ein Signal an die Stadt. Leichenwagen im Zentrum Auch mit der aktuellen Ausstellung soll laut Scherrer ein politisches Ausrufezeichen gesetzt werden. Er hofft deshalb auf zahlreiche Besucher aus Wädenswil und Umgebung. Das Thema der Ausstellung wurde mit einem starken regionalen Bezug aufgearbeitet. So steht der Wädenswiler Leichenwagen aus dem Jahr 1876 im Zentrum der Ausstellung, für die neben dem Historiker Scherrer auch die Kunsthistorikerin Anna-Maria Papadopoulos als Kuratorin tätig war. Insgesamt sind über 120 Ausstellungsstücke aus der ganzen Schweiz zu sehen, die Aufschluss über den früheren Umgang mit dem Tod geben. Da schliesst sich für Kurator Scherrer der Bogen wieder: «Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Vergänglichen. Diese Räumlichkeiten stehen uns auch nur temporär zur Verfügung.» Vernissage heute, 19.30 Uhr, altes Feuerwehrhaus, Schönenbergstrasse 21 in Wädenswil. Ausstellung geöffnet mittwochs, donnerstags, samstags, 14 bis 17 Uhr und sonntags 10 bis 18 Uhr. Bis 10. Oktober. Anna-Maria Papadopoulos (links) und Adrian Scherrer in der neuen Ausstellung «Heimgang – Wie Wädenswil dem Tod begegnete». Foto: Patrick Gutenberg

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