Dieses Provisorium ist Zürich zu teuer

Defizitär und unnötig: Die Stadt stellt sich gegen einen Begegnungs- und Kulturort im Migros-Provisorium am Kreuzplatz. Doch die Initianten wehren sich.

Auf dem Dach des Migros-Provisorium pflanzen Quartierbewohner Gemüse und organisieren Veranstaltungen. Doch damit ist nach dem Umzug in den neuen Migros Kreuzplatz Schluss.

Auf dem Dach des Migros-Provisorium pflanzen Quartierbewohner Gemüse und organisieren Veranstaltungen. Doch damit ist nach dem Umzug in den neuen Migros Kreuzplatz Schluss. Bild: Raisa Durandi

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Am Engagement der Quartierbewohner kanns nicht gelegen haben: Sie haben in den vergangenen Wochen den Verein Begegnungs- und Kulturzentrum Kreis 7 aus dem Boden gestampft, in Kürze über 1000 Unterschriften gesammelt und diese als Petition der Stadt übergeben.

Es hat alles nichts geholfen: Der Containerbau, den die Migros an der Merkurstrasse als Ladenfläche nutzt, bis der neue Laden noch in diesem Jahr am Kreuzplatz seinen Betrieb aufnimmt, wird nicht in einen Ort der Begegnung und der Kultur umgewandelt. Die Stadt ist nicht bereit, der Migros den Pavillon abzukaufen, auch nicht, nachdem die Migros den Kaufpreis von 2,3 auf 1,7 Millionen Franken gesenkt hat.

«Soziokulturell nicht unterversorgt»

Die Stadt bringt dem Vernehmen nach zwei Hauptgründe vor: Zum einen könnte der Betrieb nicht kostendeckend geführt werden, wobei das Defizit zum grössten Teil die Stadt tragen müsste. Zum andern sei das Quartier soziokulturell nicht unterversorgt, weshalb kein Handlungsbedarf bestehe.

Vor allem das letzte Argument stösst beim Verein sauer auf. In einem offenen Brief an den Stadtrat nennt er dieses Argument «nicht nachvollziehbar». Ein zeitlich befristeter Kultur- und Begegnungspavillon am Kreuzplatz entspreche «dem Bedürfnis eines frei zugänglichen, zentral gelegenen Quartierzentrums, welches kleineren kulturellen Veranstaltungen, einem Bistro und Proberäumen Platz bietet.»

Verein will weiterkämpfen

Kritisiert wird aber auch der Zeitpunkt der Absage. Die Stadt, welche dem Projekt von Anfang an ablehnend gegenübergestanden habe, habe einfach abgewartet, bis die von der Migros gesetzten Fristen abgelaufen seien. Verhandlungen über einen fairen Übernahmepreis hätten «bestimmt eine weitere Reduktion des Preises zugelassen».

Der Verein erwartet von der Stadt jetzt «Vorschläge, wie das Bedürfnis nach Räumen für Kultur und Begegnung im Kreis 7 anderweitig erfüllt werden kann». In einer persönlichen Erklärung hatte Gemeinderätin Marianne Aubert (SP) am vergangenen Mittwoch die Stadt aufgefordert, «uns zu helfen, einen alternativen Standort und andere Räumlichkeiten zu suchen».

Erstellt: 21.06.2019, 16:36 Uhr

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