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Das Oetwiler Dörfli wird zum Dorf

Ein Kompromiss macht die Überbauung des WSO-Areals möglich.

Oetwil - Im Zentrum von Oetwil am See wird bald gebaut. Auf das Areal hinter dem Schönegg, das früher der Skilift-Firma WSO gehört hat, kommen drei Mehrfamilienhäuser zu stehen. Möglich macht dies ein Kompromiss, um den die beteiligten Parteien lange gerungen haben.

Die Swissbuilding AG, Besitzerin des WSO-Areals, hat sich mit Erich Eichenberger, Eigentümer und ehemaliger Wirt des Schönegg, über den Kauf eines Stücks Land geeinigt. Auf diesem liegen die Zufahrt zum Baugrundstück sowie beidseitig Parkplätze für Autos. Es gehört Eichenberger.

Dieser befürchtete, die Erschliessung der neuen Überbauung über sein Land würde den Wert seiner Immobilie mindern - unter anderem, weil die nordseitigen Parkplätze hätten geopfert werden müssen. Zudem fürchtete er um die Sicherheit auf dem Strässchen. Er rekurrierte gegen das Swissbuilding-Projekt. Anfang 2008 bekam er vom Verwaltungsgericht Recht.

Schon damals liess Eichenberger ein Hintertürchen offen. Wenn ihm die Bauherrschaft das Land mit der Zufahrt abkaufe, lasse er mit sich reden. Dies ist nun geschehen. Die Sache sei «kanzleiet», sagt der ehemalige Schönegg-Wirt auf Anfrage. Übertragen wird das Eigentum aber erst, wenn das Bauprojekt für die Zufahrtsstrasse rechtskräftig bewilligt ist. Dann wird das Strässchen, das heute mitten durch das kleine Areal führt, an dessen Rand verlegt. Ein Teil der Parkplätze verschwindet.

Gemeindeland vor Verkauf

Zustande gekommen ist der Kompromiss mit Beteiligung der Gemeindebehörden. Diese sind an einer Überbauung des Zentrums interessiert (siehe Text unten). Gemeinderat Werner Bosshard (SVP), Mitglied des informellen Ortsplanungsausschusses, freut sich über diese Entwicklung. Mit der Überbauung des WSO-Grundstücks rückt nämlich der Verkauf des angrenzenden gemeindeeigenen Areals im Dörfli, der sogenannten Tibeterwiese, näher. Es handelt sich um 10 000 Quadratmeter Bauland.

Zwei Gründe dafür nennt Bosshard: Potenzielle Käufer der Tibeterwiese wüssten nun, was in der Nachbarschaft geschehe. Zudem sei ein «statisches Problem» gelöst. Zurzeit trennt die beiden Landstücke eine hohe Mauer. Würde nur die Tibeterwiese bebaut, bräuchte es eine mit viel Aufwand zu erstellende Stützkonstruktion.

Tibeterhaus bleibt stehen

Bleibt die Frage der Erschliessung, der hauptsächliche Grund für die bisherige Blockade der Entwicklung im Zentrum Oetwils. Bereits heute sind Kreuzlen- und Bergstrasse in den Stosszeiten verstopft. Es sei das Ziel, alle drei Häuser der Swissbuilding auf dem WSO-Areal via Esslingerstrasse zu erschliessen - eben über das von Erich Eichenberger zu verkaufende Stück Land. Somit verteile sich der Zu- und Wegfahrverkehr zu WSO- und Tibetergelände auf zwei Richtungen, erklärt Bosshard.

Die beiden Bauprojekte werden unabhängig voneinander realisiert. Allerdings ist wegen der verkehrstechnischen Erschliessung ein kleiner Landerwerb durch die Gemeinde dort nötig, wo die Oetwiler Entsorgungsstelle ist. Diese muss verlegt werden. Wohin und wie weit weg, ist noch völlig offen. Das Tibeterhaus bleibe auf jeden Fall stehen, sagt Werner Bosshard. Das Strässchen wird versetzt, die rechtsliegenden Parkplätze weichen. Foto: Michael Trost

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