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Das Streusalz wird schon wieder knapp

In den Gemeinden am rechten Seeufer gehen die Salzvorräte zur Neige. Um die Versorgung aufrechtzuerhalten, wird der Winterdienst reduziert.

Von Marco Huber Im schneereichen letzten Winter hatten die Verantwortlichen für den Winterdienst der Gemeinden im Bezirk Meilen mit einem Salznotstand zu kämpfen. Diese Geschichte scheint sich zu wiederholen. Stäfa, Zollikon, Zumikon, Männedorf und Erlenbach – am rechten Seeufer kündigt derzeit eine Gemeinde nach der anderen an: reduzierter Winterdienst! Konkret heisst dies, dass ab sofort viel zurückhaltender Salz gestreut wird. In Zumikon gilt: Quartier- und Nebenstrassen sowie Trottoirs werden meist nur noch mit dem Schneepflug geräumt, wie Rudolf Widmer, Leiter des Bauamts, bekannt gibt. Die Hauptverkehrsachsen, die Busverbindungen, die Forchstrasse, die Küsnachterstrasse sowie die steilen Strassen würden aber weiterhin gesalzen – wenn auch zurückhaltend. «Die Bewohner zeigen grösstenteils Verständnis für solche Massnahmen», sagt Widmer. Ob die Salzvorräte aber tatsächlich für den ganzen Winter ausreichen, hängt stark vom Januar ab. «Wenn permanent Neuschnee kommt und tiefe Temperaturen bestehen, sind weitere Einschränkungen unumgehbar», sagt er. In Zumikon wird auch bei einem Salznotstand auf Splitt oder Granulat verzichtet. Aus Umweltschutzgründen sind diese Stoffe laut Widmer keine Alternativen. Wie in Zumikon werden auch in Stäfa, Männedorf und Erlenbach nur noch wichtige und steile Strassen gesalzen. Ralf Gees ist als Leiter des Werkhofs Töbeli für den Winterdienst in der Gemeinde Stäfa verantwortlich. Er ist überzeugt, mit reduziertem Salzstreuen über die Runden zu kommen. «Sollte das Salz ausgehen, wäre für die Gemeinde Stäfa Splitt eine Alternative», sagt Gees. Die elf Gemeinden des Bezirks Meilen beziehen ihr Streusalz von den Schweizer Rheinsalinen, welche die ganze Schweiz mit Wintersalz beliefern. «Überall in Europa sind die Salzvorräte knapp», sagt Direktor Jürg Lieberherr. In der Schweiz sei der Mangel zwar noch nicht ganz so akut, dennoch ruft Lieberherr dazu auf, jetzt einen sparsamen Umgang mit Streusalz vorzusehen. Zwei Rekordwinter Die Ursache für die sich ankündigende kontinentale Salzknappheit liegt für den Direktor der Schweizer Rheinsalinen auf der Hand: «Europa hatte zwei Rekordwinter, und die Salzproduzenten mussten ihre ganzen Reserven hergeben.» Diese Reserven haben sich nie richtig erholen können, weil bis zum Herbst die Werkhöfe im ganze Land direkt beliefert werden mussten. «Erst dann konnten wir für unsere eigenes Lager produzieren», sagt Lieberherr. Verspätungen und Kursausfälle Die Schneefälle bereiten auch den Verkehrsbetrieben Zürichsee und Oberland Mühe. «Fahrgäste mussten gestern Verspätungen von durchschnittlich zehn Minuten in Kauf nehmen», sagt Sprecher Joe Schmid. Auch einzelne Kursausfälle hat es gegeben. Die Busse der Linie 940 zwischen Männedorf und Oetwil konnten nur noch mit Schneeketten fahren. Am späteren Nachmittag standen viele Buslinien komplett still.

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