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«Das Wunschfeld verpflichtet»

Die 30-jährige Küsnachterin Catrin Möhwald Hufnagel ist als Turnierdirektorin die treibende Kraft hinter dem neuen Zurich Open der Tennislegenden.

Catrin Möhwald Hufnagel ist das neue, bisher unbekannte Gesicht in der Szene der Schweizer Sportveranstalter und ihre Ernennung zur Turnierdirektorin auch ein Zeichen: Das Zurich Open der Tennislegenden und Jungstars, das erstmals vom 9. bis 13. März 2010 in der Saalsporthalle stattfinden wird, hat ausser dem Namen nichts mit dem Frauenturnier gemeinsam, dessen 25. Austragung 2008 im Hallenstadion die letzte war. Beat Ritschard, der langjährige Chef des Frauenturniers, gehört nicht mehr zur Organisation, auch die Besitzverhältnisse sind komplett neu.

Die 30-jährige Turnierdirektorin ist die Tochter von Ralf Möhwald, der früher in Deutschland selber Profi-Tennisanlässe organisierte und einer von fünf Investoren ist, die der Swiss Tennis Event AG ein Aktienkapital von 1,25 Millionen Franken zinsfrei zur Verfügung stellten. Dieser Betrag soll innerhalb von maximal fünf Jahren aus dem Veranstaltungsgewinn zurückbezahlt werden, wonach das Turnier dem Verband gehören wird.

Auch darum erhält der neuste Profi-Sportanlass der Schweiz keine Schonfrist. «Wir haben bereits für das erste Turnier eine Gewinnerwartung, wobei es bei der Premiere Unwägbarkeiten gibt», sagt Catrin Möhwald Hufnagel. Der Vorverkauf laufe gut, 35 Logen seien schon verkauft, nun würden weitere konstruiert. «Wir rechnen damit, dass die 3000 Plätze an allen fünf Tagen ausverkauft sind.» Etwa 70 Prozent des Budgets von rund 3 Millionen Franken werden durch Sponsoren gedeckt, allen voran Titelsponsor BNP Paribas.

Seit Juli arbeitet Möhwald in ihrem Büro in Oerlikon vollamtlich für die Swiss Tennis Event AG. «Die Arbeit macht Spass, auch wenn wir von jeder Schraube bis zum Bierglas alles neu aufbauen müssen», sagt die deutsch-schweizerische Doppelbürgerin aus Küsnacht. Sie kam mit acht in die Schweiz, machte die Matura, studierte in den USA Marketing und Wirtschaft und organisierte für eine Bank jahrelang Grossveranstaltungen. Vor dem Umgang mit teilweise kapriziösen Tennisstars wie Becker oder McEnroe, der 20 Jahre älter ist als sie, bangt ihr nicht: «Das sollte kein Problem sein. Immerhin kenne ich das Tennis ziemlich gut.» Schon als 18-Jährige war sie 1997 an einem grossen Frauenturnier in Frankfurt, an dem auch Hingis spielte, für die Spielerinnenbetreuung zuständig.

Zürich für Spieler attraktiv

Anders als viele Turnierdirektoren, für die das Verpflichten der Stars zur wichtigsten und schwierigsten Aufgabe gehört, kann Möhwald schon mehr als drei Monate vor dem Turnier frohlocken: «Wir haben unser Wunschfeld verpflichtet. Das Feld ist sogar attraktiver als bei vielen etablierten Turnieren der ATP-Champions-Tour. Nun hoffen wir, dass das auch von den Zuschauern gut aufgenommen wird.» Zürich scheint für McEnroe, Becker und Co. eine attraktive Destination - vielleicht auch, weil mit dem Dolder Grand ein hochwertiges Turnierhotel zur Verfügung steht. Das Zurich Open präsentiert sich sogar spektakulärer als das Saisonfinale der Tour, das diese Woche zum 12. Mal in der ehrwürdigen Londoner Royal Albert Hall steigt: Von den Zürcher Teilnehmern sind dort nur Stefan Edberg - Möhwalds Favorit - und Goran Ivanisevic am Start, nicht aber Becker oder McEnroe, welche die Qualifikation nicht schafften. Ergänzt wird das Zürcher Feld durch Henri Leconte, Jewgeni Kafelnikow, Richard Krajicek und Jakob Hlasek (Wildcard), dazu sind acht der weltbesten Nachwuchsspieler dabei.

McEnroe ist der teuerste

Die Legenden wurden über die ATP-Champions-Tour verpflichtet, wobei jeder Spieler einen eigenen Tarif besitzt. Der teuerste in Zürich ist John McEnroe, sein Fixum ist sechsstellig. Insgesamt werden für die Spieler 750 000 Dollar aufgewendet. «Sie sind älter, weiser und entspannter als in ihren früheren Karrieren», hat Turnierdirektorin Möhwald gemerkt. «Sie wissen, was sie dem Publikum schuldig sind und sind viel nahbarer als einst.» Dabei werde aber voll gespielt, keine Show gemacht.

Für die Zuschauer zeichnet sich bei Preisen von 59 bis 135 Franken ein attraktiver Anlass mit reichhaltigem Rahmenprogramm ab. Weil sie in zwei Vierergruppen antreten, bestreitet jeder Spieler in den fünf Tagen mindestens drei Partien. Damit ist die Chance gross, dass man seinen Favoriten zu sehen bekommt (die wichtigsten Partien finden ab 18 Uhr statt). In Zelten von 800 und 450 m² wird neben der Saalsporthalle neben einer Kunstausstellung auch kulinarisch viel geboten: von der Bratwurst bis zum Gourmetmenü. www.zurichopen.netVorverkauf: 0900 800 800 (1.19 Fr./min.) oder Ticketcorner Die Direktorin: Catrin Möhwald Hufnagel rechnet damit, dass die Saalsporthalle täglich ausverkauft sein wird. Foto: Di Domenico (EQ)

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