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Der Finanzchef der CSS windet Couchepin ein KränzchenKrankenversicherer CSS windet Alt-Bundesrat Couchepin ein Kränzchen

Nach der Helsana meldet mit der CSS die zweite grosse Versicherungsgruppe schwarze Zahlen – nicht zuletzt dank gesunkener Medikamentenpreise.

Von Bruno Schletti Der ehemalige Gesundheitsminister Pascal Couchepin war unter den Krankenversicherern nicht besonders wohl gelitten. Rückwirkend springt aber Franz Kappeler, Finanzchef der CSS Versicherung, über seinen Schatten und sagt: «Chapeau an Couchepin!» Indirekt ist der Alt-Bundesrat daran beteiligt, dass die CSS nach zwei düsteren Vorjahren mit zwei- und dreistelligen Millionenverlusten 2010 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt ist – wenn auch nur mit einem Plus von 10 Millionen Franken. Medikamentenpreise gesenkt Couchepin bekommt das Kränzchen für ein im Jahr 2009 beschlossenes Massnahmenpaket zur Senkung der Medikamentenpreise und der Labortarife. Denn damit konnte der Teuerung im Gesundheitswesen die Spitze gebrochen werden. Besonders deutlich waren die Auswirkungen bei den Medikamenten, die rund 20 Prozent der Gesamtkosten des Gesundheitsmarkts ausmachen. Mit 5 Prozent jährlicher Kostensteigerung sind laut Kappeler früher die Medikamente der eigentliche Kostentreiber gewesen. Im letzten Jahr verzeichneten die Medikamente eine Minusteuerung. Ob es dabei bleibt, muss allerdings bezweifelt werden. «Didier Burkhalter sträubte sich bisher gegen die Schnürung neuer Massnahmenpakete», sagt CSS-Chef Georg Portmann mit Blick auf Couchepins Nachfolger. Das im Vergleich zu den Vorjahren gute Ergebnis hat selbst die CSS-Chefs überrascht, wie Kappeler freimütig einräumt. So wie sie bei der Budgetierung des Geschäftsjahrs 2008 die damalige Teuerung unterschätzten, hätten sie die Preissteigerung im vergangenen Jahr überschätzt. Das positive Ergebnis sei das Produkt der tiefen Teuerung einerseits und der höheren Prämien andererseits. Wie die Konkurrentin Helsana musste auch die CSS nach zwei Jahren mit roten Zahlen die Prämien markant anheben. Beiden liefen darauf die Kunden in Scharen davon. Die CSS-Gruppe verlor im vergangenen Jahr rund 27 000 Versicherte. 2009 waren es um die 20 000 gewesen. Durchzogene Prämienzukunft Bei der künftigen Prämienentwicklung lässt Kappeler so etwas wie leisen Optimismus durchschimmern: «Ich glaube, dass wir von den unangenehmen Prämienjahren wegkommen.» Die Prämienrunde für das Jahr 2012 dürfte nach seiner Einschätzung moderater ausfallen als jene für 2011. CSS-Chef Portmann schiebt aber einen Vorbehalt nach: die politisch nicht entschiedene Neuordnung der Spitalfinanzierung – «eine Entlastung der Steuerzahler auf Kosten der Prämienzahler», wie es Helsana-Sprecher Rob Hartmans auf den Punkt bringt. Die Krankenkassen werden diese Mehrkosten auf die Prämienzahler überwälzen. Die CSS schätzt, dass allein dadurch ein Prämienaufschlag von 2 Prozent auf die Versicherten zukommen dürfte – zusätzlich zur teuerungsbedingten Prämienerhöhung. Andere Kassen rechnen gar mit 5 bis 6 Prozent. «So viel wird es sicher nicht sein», kommentiert CSS-Finanzchef Kappeler.

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