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Der Flugplatz Dübendorf soll Kloten entlasten

Der Kanton Zürich will keine Flieger mehr auf dem Militärflugplatz. Dennoch prüft der Bund jetzt einen Weiterbetrieb – auch für die Zivilluftfahrt. In Dübendorf reagiert man empört.

Von David Schaffnerund Pia Wertheimer An seiner jüngsten Sitzung hat der Bundesrat entschieden, eine Nutzung des Flugplatzes Dübendorf über das Jahr 2014 hinaus zu prüfen. Im Vordergrund steht nicht der militärische Zweck, sondern die zivile Luftfahrt. «Eine massvolle Ausdehnung des zivilen Flugverkehrs in Dübendorf könnte dazu beitragen, den Flughafen Zürich zu entlasten und gleichzeitig den Weiterbetrieb des Militärflugplatzes zu sichern», schreibt die Landesregierung. Eine Studie soll bis Ende 2011 die Grundlagen für einen definitiven Entscheid liefern. Bisher plante die Luftwaffe, den Flughafen in drei Jahren aufzugeben. Der Kanton Zürich machte sich in Bern dafür stark, das Grundstück künftig für nicht fliegerische Zwecke zu nutzen. Ein zweiter Hub in der Grösse Klotens soll in Dübendorf allerdings nicht entstehen: Grosse Passagierflugzeuge will der Bund nicht zulassen, dafür Geschäftsflugzeuge und die Kleinaviatik. Wie viele Flugzeuge dereinst in Dübendorf starten und landen könnten, vermochte der Bund gestern noch nicht zu sagen. Der Stadtpräsident von Dübendorf, Lothar Ziörjen (BDP), hingegen hat Berechnungen angestellt. Er ist überzeugt, dass 60 000 bis 80 000 Flugbewegungen nötig seien, um eine aviatische Mischnutzung zu berappen. Das sind über 220 täglich. Für Ziörjen steht ausser Zweifel, dass der Flughafen Zürich in Bern gute Lobbyarbeit geleistet habe. «Für das Glattal ist dies das schlimmstmögliche Szenario!» Vor fünf Jahren donnerte der letzte Kampfjet über die Dübendorfer Piste – seither haben die Glattaler Ruhe. Die Armee betreibt den Flugplatz noch als Basis für ihre Helikopter und kleineren Flächenflugzeuge, die Rega und die Ju-Air sind auf der Dübendorfer Seite stationiert – das ist wenig im Vergleich zu den Lärmimmissionen der Vergangenheit. «Charakter einer Provokation» «Die Nachricht der Landesregierung steht im krassen Gegensatz zu allen bisherigen Signalen aus Bern», sagt Ziörjen. Der Kanton habe eine Testplanung erarbeitet. Dabei sei man zum Schluss gekommen, dass der Militärflugplatz nicht als Erweiterung des Flughafens Zürich genutzt werden soll. «Und jetzt das!» Ziörjen warnt davor, die Mitteilung aus Bern als «ein weiteres Papier» abzutun. Diesem Entschluss seien jahrelange Abklärungen vorausgegangen. «Er hat vielmehr den Charakter eines Vorentscheids – oder einer Provokation.»

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