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Der Gemeinderatsieht das Leben im Städtli gefährdet

Die Eglisauer Politiker sind gegen den Bau des geplanten Einkaufszentrums direkt an ihrer Gemeindegrenze. Ob sie Rekurs gegen das Bauprojekt einlegen werden, ist noch unklar.

Von Céline Trachsel Eglisau/Hüntwangen – Wird das geplante Einkaufszentrum im Bauelenzelg zwischen Hüntwangen und Eglisau dereinst gebaut, wird die Eglisauer Coop-Filiale am Brückenkopf beim Rhein geschlossen. Das geht den Eglisauer Politikern gegen den Strich. «Wir wollen nicht zu einem Museumsstädtchen wie Regensberg oder Kaiserstuhl werden», sagt SVP-Gemeindepräsidentin Ursula Fehr. Denn die Erfahrungen hätten gezeigt: Wenn ein Laden im Städtli aufgeben musste, war auch die Existenz weiterer Geschäfte in der Umgebung gefährdet. Projekt Bollwerk gefährdet Die Parteien von links bis rechts bangen aber vor allem um das Projekt Bollwerk, um die Aufwertung der Altstadt zu einem Einkaufsstädtli. Jürg Hugelshofer, Präsident von Fokus Eglisau, sagt: «Wir wollen eine Begegnungszone schaffen und unter anderem ein Parkhaus bauen, um das Städtchen zu beleben. Mit einem grossen Einkaufszentrum wenige Hundert Meter weiter oben wären diese Pläne gefährdet.» Das Bollwerk sei ein Wunsch der Bevölkerung gewesen, obwohl klar war, dass dieser Bau jährlich Kosten verursache. Aber ein lebendiges Städtchen scheine den Bewohnern wichtig zu sein. «Wenn einige Leute nun doch lieber ein Einkaufszentrum hätten, dann müssen wir an der nächsten Gemeindeversammlung eine Konsultativabstimmung machen, um zu erfahren: Wollen die Eglisauer noch ein Einkaufsstädtli oder nicht», sagt Jürg Hugelshofer. Der nächste Termin hierfür wäre der 24. Februar 2011. Verkehrsproblem noch ungelöst Doch dies ist nicht der einzige Grund, weshalb die Eglisauer dem Zeitdruck der Investoren, die das Coop-Einkaufszentrum bis im Oktober fertigstellen möchten, nicht nachgeben wollen. «Wir wollen das Vorhaben nicht verhindern, aber wir brauchen Zeit, um unsererseits zu planen», sagt Jürg Hugelshofer. Zum Beispiel wollten sie fürs Städtli ein Parkplatzkonzept erstellen. Und das gehe nicht, ohne zu wissen, wie viele Parkplätze zu welchem Preis dort oben angeboten würden. Die Frage einer neuen Buslinie sei auch noch nicht geklärt. Ursula Fehr gibt zudem zu bedenken, dass nach einem Grossverteiler meist weitere Anbieter an denselben Standort drängen. «Wir müssen aufpassen, dass dort oben im Bauelenzelg nicht ein Magnet entsteht und wir Eglisauer dann die Lasten tragen.» Jürg Hugelshofer ist überzeugt, dass der Zeitdruck nicht vom Grossverteiler Coop, sondern vom Investor verursacht werde. «Er hat das Land bereits erworben, deshalb kostet ihn eine Verzögerung wohl viel Zinsen», sagt Hugelshofer. Er weiss, dass die kleine Coop-Filiale am Brückenkopf einen Mietvertrag bis Ende 2012 unterzeichnet hat. «Und die Filiale schreibt keine roten Zahlen. Sie ist einfach nicht wahnsinnig rentabel.» Das sei für ihn aber keinen Grund, die kleine Filiale vorzeitig zu schliessen – erst recht nicht, wenn Coop nicht in das geplante Einkaufszentrum ziehe. Das hat die Ladenkette angedroht, wenn das neue Einkaufszentrum im Oktober 2011 nicht fertig sei (TA vom 14.12.). Ideal wäre für Hugelshofer und Eglisau, wenn Coop mit dem grossen Zentrum weiter wegziehen würde, zum Beispiel in Richtung Rafz. «Dann würden nämlich vielleicht ein Spar oder eine andere Ladenkette ins Städtli kommen.» Dass der Eglisauer Gemeinderat die Bevölkerung vertreten will, die sich für eine Bereicherung der Altstadt ausgesprochen hat, ist für ihn klar. Ob der Gemeinderat gegen die Baubewilligung des Projekts in Hüntwangen rekurrieren will, ist indes noch ungewiss. Doch die Zeit ist knapp. Die Rekursfrist gegen das Einkaufszentrum auf dem Bauelenzelg-Areal läuft am 23. Dezember ab. «Wir entscheiden innerhalb der Rekursfrist und nutzen diese Zeit für juristische Abklärungen», sagt die Eglisauer Gemeindepräsidentin Ursula Fehr. Jürg Hugelshofer hingegen spricht Klartext. «Fokus Eglisau wird vermutlich dem Gemeinderat beantragen, Einsprache gegen das geplante Einkaufszentrum zu machen.» Gemeindepräsidentin Ursula Fehr (SVP) und Jürg Hugelshofer (Fokus Eglisau) bangen um ihre Coop-Filiale.Foto: Céline Trachsel

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