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Der Hunger nach der Durststrecke

Berufsfahrer Stefan Trafelet aus Gossau gewann das Eliterennen an der Züri-Metzgete. Er lieferte damit ein gewichtiges Argument für einen Profivertrag, der seine Radkarriere neu lancieren soll.

Rad. - Die Meisterschaft von Zürich - kurz Züri-Metzgete - figurierte zwar 2006 letztmals im internationalen Radsportkalender. Nach einem Unterbruch wurde dem Eintages-Strassenrennen im Vorjahr neues Leben eingehaucht und ein Amateur- und Volksanlass daraus. «Der Stellenwert ist natürlich nicht mehr der Gleiche, der Mythos aber ist geblieben», hält Stefan Trafelet fest. Der 25-jährige Oberländer vom VC Mendrisio entschied in Buchs mit einer Soloankunft die insgesamt 95. Auflage zu seinen Gunsten.

Die Strecke gelte allgemein als enorm schwierig, entsprechend prestigeträchtig stuft er seinen Sieg ein. Elitefahrer Trafelet setzte im nach der Handicapformel ausgetragenen Rennen beim Anstieg kurz vor der Dorfeinfahrt Regensberg die entscheidende Attacke. «Weil bis zu diesem Zeitpunkt mein Teamkollege Sven Schelling an der Spitze lag, brauchte ich im Feld keine Führungsarbeit zu leisten», sagt er. Stattdessen konzentrierte er sich auf den Konter und kam «relativ gut weg». Dafür bezeichnet er die restlichen 12 km als Leidensweg, da er seinen Vorsprung nicht genau abschätzen konnte. Bis ins Ziel hatte der gelernte Sportartikelverkäufer auf den ihm vertrauten drei Runden, auf denen er schon unzählige Trainingskilometer abgespult hatte, dann doch 41 Sekunden auf die Verfolgergruppe gerettet.

Bewegend war die Zieldurchfahrt insbesondere, weil Trafelets letztes Erfolgserlebnis über zwei Jahre zurückliegt. Als Gründe für die Durststrecke führt er gesundheitliche Probleme an. «Seit letztem Winter fühle ich mich wieder schmerzfrei. Ich konnte eine gute Basis legen und mich nun wieder zurückkämpfen.» Sein Hunger ist damit aber noch längst nicht gestillt, denn in den verbleibenden drei, vier Herbsteinsätzen im In- und Ausland möchte der Gossauer seine starke Form weiter unter Beweis stellen. Schliesslich hängt seine sportliche Zukunft davon ab. Denn Trafelet muss sich seit diesem Jahr ohne Kontrakt durchschlagen und hat eine Stufe weiter unten mit einer Lizenz bei den Tessinern nochmals Anlauf genommen. «Ich verspreche mir einen neuen Vertrag für die nächste Saison und habe nun den nötigen Kick dafür gegeben», ist er überzeugt. Trafelet spekuliert darauf, beim massiv aufgerüsteten BMC-Team Unterschlupf zu finden. Für die von Andy Rihs finanzierte Equipe bestritt er vor kurzem denGP Tell und stellte sich dabei ganz in den Dienst der Mannschaft. «Die Verhandlungen laufen schon lange. Der sportliche Direktor hat mir für die kommenden drei Wochen eine Antwort in Aussicht gestellt», verrät er.

Stefan Trafelet hat nach seinem ersten Sieg seit über zwei Jahren gut lachen.

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