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Der Profi bleibt in der Provinz

Der abstiegsgefährdete regionale Zweitligist FC Niederweningen kann weiterhin auf Urs Schönenberger zählen. Vorerst.

Von David Schweizer Der FC Niederweningen überwintert dank der Fairplay-Wertung in der Gruppe 1 der regionalen 2. Liga auf einem Nichtabstiegsplatz. Die Wehntaler (24) haben im Gegensatz zum punktgleichen Herrliberg (43) weniger Strafpunkte. Einen wesentlichen Anteil am Ergebnis hat Niederweningens prominenter Trainer Urs Schönenberger. Unter seiner Regie verbesserte sich das Team trotz mässiger Bilanz – zwei Siege, ein Remis, sechs Niederlagen – vom 13. auf den 11. Platz. Zuvor waren die Unterländer jedoch in der Ära von Roger Wenger (drei Niederlagen) sowie mit Juniorenobmann und Interimslösung Heinz Banz (ein Remis, eine Niederlage) ganz ohne Erfolgserlebnis geblieben. Aber bleibt der Coach, der bis im Januar 2009 den österreichischen Verein Altach im Profibereich betreut hatte, Niederweningen überhaupt erhalten? «Vorerst schon», sagt Schönenberger. Doch im Trainermarkt des Spitzenfussballs könne sich schnell etwas ändern. Der Klub müsse jederzeit auf seinen Abgang vorbereitet sein. Niederweningens Spieler müssen also darauf hoffen, dass ihr Trainer frühestens auf die nächste Saison hin wieder einen Job findet. Dies bestätigt Captain Philipp Riedener: «Mit ihm ist es viel professioneller geworden. Er sieht Details, die wir vorher gar nicht wahrgenommen haben.» Die Aufgabe, den Klassenerhalt zu schaffen, ist jedoch selbst mit dem Profi Schönenberger schwierig genug. «Die Spieler haben ihre Limiten. Aus einem VW kann man keinen Porsche machen», stellt er klar. Erst recht, nachdem der Zweitligist im Sommer vor allem mit den Abgängen von Remo Riedener und Raphael Dorsaz (beide zu Wettingen), mit denen nach dem Aufstieg noch die Ränge 4 und 6 erreicht worden waren, Substanz verlor. Und im Gegensatz zu anderen Zweitliga-Vereinen wird im Wehntal auch den Spielern nichts bezahlt. «Niederweningen ist ein spezieller Klub», bekräftigt Schönenberger. «Hier müssen die Fussballer beispielsweise das Auto beim Bahnhof parkieren und mehrere Hundert Meter zum Sportplatz zu Fuss gehen.» Der Trainer als Anreiz Die Anziehungskraft des Fussballklubs hält sich also in Grenzen. Der grösste Reiz dürfte für mögliche Neuzuzüge sein, unter einem Schweizer Trainer zu spielen, der in der Saison 2005/06 Thun in die Champions League geführt hatte. Ein Erfolg, den nur noch Christian Gross und Bernard Challandes vorzuweisen haben. Neue Spieler seien herzlich willkommen. Er gebe gerne seine Erfahrung weiter, sagt der 1,93 Meter grosse Schönenberger, der in der Branche als harter Trainer gilt und auch als 51-Jähriger noch die Figur eines Athleten hat. Doch in der Realität ist es für den Dorfverein schwierig, neue Spieler zu gewinnen. Viele Änderungen im Kader sind deshalb nicht zu erwarten. Auch Torjäger Remo Riedener wird nicht zurückkehren. «Das ist frühestens im Sommer ein Thema», weiss sein Bruder und Innenverteidiger Philipp. Mit Akribie zum Ligaerhalt Niederweningen wird damit mit Unterstrass (13 Punkte), Herrliberg (8), Effretikon (7) und Bülach (5) wohl um den Verbleib in der Liga kämpfen. Nur zwei Vereine davon werden den Kopf aus der Schlinge ziehen können. Schönenbergers Mannschaft könnte dabei mit einem Sieg zum Rückrundenstart über Unterstrass die Stadtzürcher sogleich in Not bringen. «Das ist ein 6-Punkte-Spiel», sagt Schönenberger. Bereits in der Vorrunde hatten die Wehntaler mit ihm zwei der drei Direktduelle für sich entscheiden können. Daran will der akribische Trainer anknüpfen und überlässt nichts dem Zufall. Nach einer Pause über die Festtage lädt der Zürcher seine Spieler bereits am 4. Januar wieder zum ersten Training. «Die Spieler haben ihre Limiten. Aus einem VW kann man keinen Porsche machen.» Urs Schönenberger, Trainer Einst Champions League, jetzt 2. Liga: Urs Schönenberger.Foto: Claudia Lerch (EQ Images)

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