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Der Steuertrend zeigt nach unten

Fast die Hälfte der Zürcher Gemeinden senkt nächstes Jahr die Steuern &endash um bis zu 14 Prozent.

Steuerprognosen 2012 Von René Donzé Zürich &endash Bisher war der Fall klar: Die Steueroasen im Kanton Zürich liegen am Zürichsee, die Hochsteuergemeinden im Weinland und im Tösstal. Doch 2012 muss die Steuerfusskarte neu gezeichnet werden. Von den 171 Gemeinden werden 81 ihre Steuerfüsse reduzieren, 15 planen eine Erhöhung. Dies ergibt eine Zusammenstellung sämtlicher Budgetanträge in den Zürcher Gemeinden. Die Steuersenkungen sind nur im Ausnahmefall Rüschlikon auf einzelne superreiche Steuerzahler zurückzuführen (siehe Text oben). Meist liegen die Gründe beim neuen Finanzausgleich, manchmal spielt auch die neue Spitalfinanzierung eine Rolle. Dank dem Finanzausgleich erhalten vor allem mittelgrosse Gemeinden massiv mehr Ressourcenausgleich als bisher, gestärkt werden aber auch kinderreiche Orte. So kommt es, dass sich die Winterthurer Vorortsgemeinde Seuzach mit einer Reduktion um 13 Prozentpunkte auf Rang 15 der Steuerrangliste einreiht. Und das Bauerndorf Dinhard katapultiert sich mit minus 14 Prozent auf Rang 22.Demgegenüber fallen die Goldküstengemeinden Zollikon und Zumikon wegen ihrer Erhöhung um je 6 Prozent beide um zehn Plätze zurück und damit aus den Top 10 der Zürcher Steueroasen. Am stärksten erhöhen muss die Weinländer Gemeinde Truttikon (+9), weil sich dort die neue Regelung der Schulfinanzierung besonders stark auswirkt. Solche Effekte des Finanzausgleichs waren abzusehen und grossenteils berechenbar.Verschätzt hat sich der Regierungsrat bei den Auswirkungen der neuen Spitalfinanzierung. Diese würde den Gemeinden eine Steuerfussreduktion von durchschnittlich 5 Prozent erlauben, hiess es bei der Beratung der Vorlage im Kantonsrat. Im Gegenzug will die Regierung den Staatssteuerfuss um 5 Prozent erhöhen. Weitere 2 Prozent will sie für die BVK-Sanierung. Die generelle Senkung ist nicht eingetroffen. «Offensichtlich gehen die meisten Gemeinden vorsichtig ans Werk», sagt Heinz Montanari, Leiter der Abteilung Gemeindefinanzen in der kantonalen Verwaltung. Er hat den Eindruck, dass etliche abwarten, wie sich die Spitalfinanzierung auswirkt. Viele würden zuerst ein Finanzpolster aufbauen, bevor sie an Steuersenkungen denken. «Damit können sie vermeiden, dass es zum Jo-Jo-Effekt kommt.» Auf lange Frist, glaubt Montanari, würden die Gemeindesteuerfüsse weiter unter Druck geraten.

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