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Der Ton im Küsnachter Kraftwerk-Streit wird giftig

Gemeinderat Markus Ernst greift in einem Artikel in der «Dorfpost» die Rekurrenten gegen ein Kraftwerk am Tobelausgang an. Das lassen sich diese nicht gefallen.

Von Patrik Berger Küsnacht – Der geplante Ausbau der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Küsnacht-Erlenbach-Zumikon ist blockiert. Die kantonale Baudirektion hat zwar die Baubewilligung erteilt. Mehrere Rekurse verzögern aber das Projekt (siehe Kasten). Der Widerstand und seine Heftigkeit überraschen nicht. Er war schon lange angekündigt worden. Anwohner der Felseneggstrasse stören sich am Kleinwasserkraftwerk, das unterhalb des Küsnachter Tobels zu stehen kommen soll. «Wir werden gewinnen» Das Kraftwerk soll mithilfe des Abwassers, das durch eine Druckleitung von Zumikon nach Küsnacht hinabfliesst, dereinst Strom produzieren. Die Anwohner machen unter anderem gesundheitliche Risiken geltend, weil Abwasser mit potenziellen Krankheitserregern durch ihr Wohnquartier fliesse. Küsnachts Tiefbauvorstand Markus Ernst (FDP) attackiert die Rekurrenten in seinem Leitartikel in der aktuellen Küsnachter «Dorfpost». Er habe in ähnlichen Fällen jeweils Verständnis für die Reaktionen der Anwohner – nicht aber im Fall des Kleinkraftwerkes. «Das Projekt ist von Anfang an transparent publiziert und mit grossem Mehr gutgeheissen worden», schreibt Ernst. «Mir fehlt das Verständnis für die Fundamentalopposition.» Sie zeuge von einem schlechtem Demokratieverständnis. Der Tiefbauvorstand gibt sich kämpferisch: «Ich bin überzeugt, dass wir dieses Verfahren gewinnen werden.» Auch wenn das Projekt eine längere Verzögerung erleide und teurer werde. «Inakzeptable Äusserungen» Zwei Küsnachtern hat der «Dorfpost»-Leitartikel von Markus Ernst offenbar die Zornesröte ins Gesicht getrieben: Michael von Babo, dem hartnäckigen Kämpfer gegen das Kleinkraftwerk in seiner Nachbarschaft, und Alfred Egli von der Schutzgemeinschaft Tobeleingang. In einem Brief an den «Tages-Anzeiger» brauchen die beiden nämlich deutliche Worte: «Gemeinderat Markus Ernsts Äusserungen zum schlechten Demokratieverständnis der betroffenen Anwohner sind inakzeptabel.» Die Anwohner würden schliesslich nur die ihnen zustehenden Rechte wahrnehmen. «Wer dieses Grundprinzip der Gewaltenteilung ächtet und lieber zur öffentlichen Anschwärzung seiner Untertanen greift, der ist als Gemeinderat am falschen Platz», schreiben Michael von Babo und Alfred Egli. Es sei ihnen ein Rätsel, warum sich die Gemeinde Küsnacht so auf das unbedeutende Projekt versteife. «Warum stellt man stattdessen nicht einfach Solarzellen auf das neue, überdachte Klärbecken? Das wäre sauber, leise und ökologisch vorbildlich», schreiben sie.

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