Zum Hauptinhalt springen

Der urbane Lochblechpilz

Der Stadtwanderer trifft in Winterthur auf ein unbekanntes Objekt, entdeckt dessen grafische Kraft, findet ein U-Boot und landet schliesslich im Wohlfühlland.

Das Elend kam auf Schienen. Die Nordostbahn setzte 1857 den Bahnhof gegen den Willen der Winterthurer schief vor die Altstadt. Seither ist der Bahnhof immer beides: der Motor der Stadtentwicklung und ihr Hindernis, er ist das Tor zur Stadt und der Querriegel, der sie im Westen blockiert.

Wo ein Bahnhof ist, ist auch ein Platz. In Winterthur allerdings ist es zuerst einmal ein Boulevard. Die Hauptpost und der Bahnhof, beides Bauten im Stil der «Bundesrenaissance», fassen keinen Platz, sondern einen breiten Strassenraum, worin die pompöse Achse des Bahnhofs verpufft. Niemand kommt hier an. Der Stadtwanderer hat den Bahnhof erst entdecken müssen, denn der Bahnhof liegt neben dem Bahnhof. In die Stadt gekommen war er durch das weisse Eisengerüst des Stadttors. Das macht seinen Namen zum Beruf. Es spuckt die Pendlermassen aus und saugt sie ein: Winterthur Central Station.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.