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Der Weg führt wohl nach «Lëtzebuerg»

Fabian Cancellaras vorzeitiger Wechsel ist nur einer von vielen spektakulären Radsport-Transfers.

Von Martin Born Zu 90 Prozent, so heisst es in Luxemburg, wird Fabian Cancellara im nächsten Jahr für das Team Luxemburg fahren – oder «Lëtzebuerg», wie die neue Mannschaft um die beiden nationalen Radsporthelden Andy und Fränk Schleck in der Landessprache genannt wird. Chef des Teams ist Kim Andersen, während Jahren Cancellaras Sportlicher Leiter, Vertrauensmann und Freund in der Mannschaft von Bjarne Riis. Der 29-jährige Berner hat für Mittwochmorgen am Flughafen Kloten eine Pressekonferenz angesetzt. Dort wird er wohl auch erklären, dass er gleich ins Flugzeug steigen wird, um doch bei den Weltmeisterschaften in Australien dabei zu sein. Ein anderes Gerücht, das sich in Luxemburg hält, beschäftigt sich mit der Herkunft des Sponsors der Mannschaft. Es soll sich um eine russische Telecomfirma handeln. Doch so wichtig scheint das nicht zu sein. Man hat Zeit. Vielleicht schon heute Dienstag, vielleicht aber auch erst im Oktober soll der Name bekannt gegeben werden. Denn hinter dem Projekt steht einer der reichsten Männer Luxemburgs: Flavio Becca. Der 46-jährige Becca ist ein mächtiger Baulöwe, der als Maurer begann und ohne den in Luxemburg wenig Grosses gebaut wird. Er ist am luxemburgischen Nationalstadion beteiligt, das für 25 Millionen Euro errichtet werden soll, er ist beim Bau eines 300 Millionen Euro teuren Golfplatzes mit Freizeitpark dabei. Und er steht hinter dem Erstligisten F 91 Düdelingen. Um seine Pro-Tour-Lizenz wird das Team, das 20 Millionen Euro kosten soll (und 10 Prozent davon in ein Nachwuchsprojekt fliessen lassen will), nicht bangen müssen. Der diskrete Becca, der auch Schweiger genannt wird, den die Konkurrenten als «knallhart» und «undurchsichtig», die Sportler aber als «sehr nett» bezeichnen, leistet die Bankgarantie. Alberto Contador als Trost Tatsache ist, dass Becca mit seinem Luxemburger Team den Rennfahrer-Markt ziemlich durcheinandergebracht hat. Gleich acht ehemalige Saxo-Bank-Fahrer wechseln zusammen mit den Schlecks nach Luxemburg. Mit Fabian Cancellara, Jakub Fuglsang, den beiden Sörensen, Jens Voigt und Stuart O’Grady haben die Schlecks gleich 6 der 7 Tour-de-France-Helfer mitgenommen. Nur Matti Breschel zog nicht mit: Er wechselt zu Rabobank. Bjarne Riis tröstet sich mit Tour-Sieger Alberto Contador. Mit Hernandez, Navarro und Noval hat er auch dessen «Leibgarde» verpflichtet. Bei Astana wird Contador durch Roman Kreuziger ersetzt, der im starken Liquigas-Team der grossen Rundfahrten-Sieger Ivan Basso (Giro) und Vincenzo Nibali (Vuelta) so etwas wie ein überzähliger Leader geworden war. Ähnlich war die Situation für André Greipel (21 Saisonsiege), der nicht länger in Mark Cavendishs (11 Siege) Schatten bei HTC Columbia fahren will und bei Omega Lotto unterschrieben hat. Die Australier mit viel Geld Alimentiert wurde der Transfermarkt von zwei Teams, deren Sponsoren sich zurückzogen: Cervélo und Milram. Acht Cervélo-Fahrer blieben der Firma treu und wechselten mit dem Ausrüster zu Garmin (darunter Hushovd und Häussler). Bei Milram bediente sich das australische Team Pegasus um Robbie McEwen, das mit viel Geld Europa erobern und eine Pro-Tour-Lizenz beantragen will. Auch Cancellara hatte ein Angebot von Pegasus. Dazu eines von BMC, dem Team von Andy Rihs, bei dem sechs Zuzüge feststehen und ein siebter, spektakulärer als Gerücht kursiert: Verfolgungs-Weltmeister Taylor Phinney, der mit 20 soeben amerikanischer Meister im Zeitfahren wurde, soll wie einst sein Vater Davis für Rihs’ Freund und Partner Jim Ochowicz fahren. Fabian Cancellara. Foto: EQ Images

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