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Die Betreiber rechnen mit Ansturm

Seit der Eröffnung ist das Männerhaus ausgebucht. An Weihnachten droht nun akuter Platzmangel.

Männerhaus Zeithaus Erlenbach – Vor gut einem Jahr eröffnete der Erlenbacher Pfarrer Andreas Cabalzar zusammen mit Andreas Baumann, Leiter der Paar- und Eheberatungsstelle Bezirk Meilen, das Zeithaus in Erlenbach. Neben dem Männerhaus im Kanton Aargau ist es der schweizweit erste Rückzugsort für Männer in Not. «Wir hatten damals keine Ahnung, wie gross die Resonanz sein würde», erinnert sich Baumann. Das Männerhaus, das Platz für drei Männer bietet, ist seit einem Jahr ausgebucht. Täglich erreichen Andreas Cabalzar E-Mails und Briefe, in denen Männer über ihre Probleme berichten. Männer übernachten im Auto Häufig ziehen sich Männer ins Zeithaus zurück, weil sie von ihren Frauen gewalttätig angegriffen worden sind. «In unserer Gesellschaft ist das nach wie vor ein riesiges Tabuthema», sagt Andreas Baumann. Er geht davon aus, dass die Dunkelziffer der betroffenen Männer weitaus grösser ist als bisher angenommen. In vielen Fällen wüssten sich die Männer in einer solchen Situation kaum zu helfen. «Sie wollen die Familie nicht verlassen, weil die Frau möglicherweise auch die Kinder schlägt.» Dazu komme, dass viele Männer sich grundsätzlich schwertun, Hilfe zu holen – auch darum, weil Männer häufig weniger gut vernetzt seien als Frauen. Da die Weihnachtsfeiertage diesbezüglich zu den heikelsten Zeiten des Jahres gehören, rechnet Baumann damit, dass Ende Dezember noch mehr Männer als üblich beim Zeithaus anklopfen werden. «Oft ist es auch so, dass die Männer von ihren Frauen einfach auf die Strasse gestellt werden.» Manch einer entscheide sich dann, im Auto zu übernachten. Weil der Platz im Männerhaus auf drei Zimmer beschränkt ist, sei ein Ausbau des Projekts dringend nötig. «Meiner Meinung nach bräuchte es im Kanton Zürich gleich mehrere solche Häuser», bekräftigt Baumann. Schon seit längerem ist Andreas Cabalzar auf der Suche nach weiteren geeigneten Liegenschaften am rechten Zürichseeufer oder im Zürcher Oberland. Spruchreif sei derzeit jedoch noch nichts. Das Hauptproblem liege jetzt bei den mangelnden personellen Ressourcen. Andreas Cabalzar und Andreas Baumann betreiben das Scheidungsmännerhaus zurzeit zusätzlich zu ihrer beruflichen Tätigkeit in freiwilliger Arbeit. Gemäss Baumann ist der Aufwand dafür inzwischen jedoch so gross geworden, dass sich der Betrieb fast nicht mehr ehrenamtlich führen lässt.(jsu) www.zeithaus.ch

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