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Die Einbrecher haben Hochsaison

Die Frau stand auf dem Balkon ihrer Wohnung, als sie ein ungewöhnliches Geräusch hörte. «Ich schaute zum Nachbarhaus und entdeckte zwei Männer, die hastig über den Gartenzaun kletterten und in der Dunkelheit verschwanden.» Dieses Erlebnis schilderte eine Leserin aus Kloten dem «Tages-Anzeiger». Passiert ist es letzte Woche. Sie habe darauf hin sofort die Notrufnummer 117 angerufen und den Vorfall gemeldet.

«Die Frau hat völlig richtig gehandelt», sagt Rolf Gasser, Sicherheitsberater der Kantonspolizei. Verdächtige Beobachtungen sollen immer und unverzüglich der Polizei gemeldet werden. «Lieber einmal zu viel anrufen, als einmal zu wenig», laute das Motto.

Die Polizei schickte nach dem Anruf einen Streifenwagen in das Klotener Quartier. Doch die Einbrecher waren bereits entwischt. Von den Dieben heimgesucht wurden eine Parterrewohnung und eine Wohnung im ersten Stock. Eine der geschädigten Eigentümerinnen fand in der Wohnung ein grosses Chaos vor: «Ich hatte einen riesigen Schock», sagt sie. Und es widere sie an, dass die Einbrecher ihre Wäsche durchwühlt hätten. «Sie haben sämtliche Kleider aus den Schränken gerissen und auf den Boden geworfen.»

Dem Ehepaar sind Schmuck, Hosen, Stiefel und ein Ledermantel gestohlen worden. Der Ehemann schätzt den entstandenen Schaden auf etwa 20 000 Franken. Der emotionale Verlust der verschwundenen Dinge sei aber noch viel grösser, sagt die Ehefrau.

Nie sei sie ängstlich gewesen, bis zu diesem Abend: «Jetzt habe ich Angst, es könnte wieder passieren.» Mit einem Griff durchs Katzentürchen konnten die Täter ein Fenster öffnen, durch das sie dann in die Wohnung gestiegen sind.

71 Einbrüche im Unterland

Im Zürcher Unterland sind laut Kantonspolizei seit dem 1. Oktober 71 Einbrüche begangen worden. 45 im Bezirk Bülach, 26 im Bezirk Dielsdorf. Diese Zahl könnte sich noch erhöhen, wenn Leute aus den Ferien heimkehren und feststellen, dass sie zu Hause ungebetenen Besuch hatten.

Und wie hoch sind die Chancen, die Täter zu fassen? «Sehr gering», sagt Fachmann Gasser. «In weniger als zehn Prozent der Fälle können wir die Diebe dingfest machen.» In den Wintermonaten seien viele Kriminaltouristen unterwegs. «So schnell wie diese auftauchen, tauchen sie auch wieder unter», sagt er.

Zahlreiche Einbrüche werden nach dem Eindunkeln verübt. Doch nicht nur. Der Grossteil werde immer noch tagsüber begangen. Das erklärt Gasser damit, dass sich ein Fremder am Tag ohne gross aufzufallen in einem Quartier bewegen könne. Die Geräusche, die er macht, würden im Alltagslärm untergehen oder gar nicht wahrgenommen. Deshalb wird an die Bevölkerung appelliert, auch tagsüber verdächtige Wahrnehmungen unverzüglich der Polizei zu melden.

Licht soll abschrecken

Die Diebe haben es vorwiegend auf Schmuck und Bargeld abgesehen, sagt Gasser. Er stellt immer wieder fest, dass der Schmuck im Bade- oder im Schlafzimmer aufbewahrt werde. «Damit machen es die Bewohner den Einbrechern zu einfach.» Er empfiehlt den Leuten, ihren Schmuck an anderen Orten in der Wohnung zu verstecken. Allerdings muss dann auch mit Verwüstung gerechnet werden, wenn die Einbrecher nach Wertvollem suchen.

Sind automatische Lampen im Garten ein gutes Mittel gegen die Einbrecher? «Jein», sagt der Sicherheitsbeauftragte. Das Problem dieser Lampen sei, dass sie bei jeder kleinsten Bewegung im Garten anzünden. Das bedeutet: «Die Nachbarschaft reagiert gar nicht mehr darauf.» Abschreckender wirkten einbruchsichere Fenster, ist er überzeugt. Als besonders wirkungsvoll erwiesen habe sich, in möglichst vielen Räumen das Licht brennen zu lassen. Nachts soll man die Vorhänge zuziehen und die Fensterläden schliessen. Einbrecher knacken ungesicherte Fenster blitzschnell. Foto: Walter Bieri (Keystone)

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