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Die Ex-Kollegen beaufsichtigen

Luftfahrt Von Daniel Foppa Seit Jahren werden Vorwürfe laut, das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) sei mit der von ihr kontrollierten Flugbranche verbandelt. 2003 deckte ein Bericht des holländischen Luft- und Raumfahrtlaboratoriums erhebliche strukturelle Mängel im Bazl auf. Der Vorwurf der personellen Verstrickungen zwischen den Aufsichtsbeamten und der Flugbranche wurde bestätigt. Bazl-Chef Raymond Cron reorganisierte in der Folge das Amt und sorgte für Besserung. Weiterhin latent scheint das Problem bei der Aufsicht über die Helikopterfirmen. So tolerierte das Bazl jahrelang illegale Gebirgslandungen bei Zermatt. Erst als Mountain Wilderness dies publik machte, büsste das Amt 2005 die Air Zermatt mit knapp 20 000 Franken. Eine Administrativuntersuchung bestätigte, dass Bazl-Mitarbeiter von den illegalen Landungen wussten. Weil sie ihr Wissen jedoch aufgrund ihrer früheren Tätigkeit erworben hatten, seien sie von der Pflicht der Weiterleitung ihrer Kenntnisse entbunden gewesen.Laut Bazl-Angaben haben fünf der elf Mitarbeiter der Sektion, die für die Aufsicht über die Helifirmen zuständig ist, früher bei Helifirmen gearbeitet. Sie müssen also ihre Ex-Kollegen überwachen. Sektionschef Nicola Garovi war bei der Rega und der Air Glaciers tätig. Zum Teil sind Bazl-Mitarbeiter weiterhin als Piloten bei privaten Firmen tätig. In solchen Fällen werde sichergestellt, dass für die Aufsicht nicht die Person zuständig sei, die dort eine Teilanstellung ausübe. Das Bazl ist sich der Gefahr bewusst, «dass es zu Verbandelungen kommen könnte». Mehrere Massnahmen sollen dies verhindern: So dürfen Bazl-Mitarbeiter nur für Firmen fliegen, wenn das Risiko eines Interessenkonflikts ausgeschlossen werden könne. Zudem werde das Amt regelmässig von internationalen Inspektoren überprüft. Ein Bazl-Inspektor am Flughafen Zürich-Kloten. Foto: Martin Rütschi (Keystone)

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