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Die Feldner feiern ein Stück Unabhängigkeit

Mit dem Dorffest und dem neuen Dorfzentrum ist für manche Feldner ein Schritt in Richtung Unabhängigkeit von Meilen getan. Andere fürchten, dass das Dorf nun zu städtisch werde.

Meilen. - So viele Leute wie am vergangenen Samstag in Feldmeilen waren wohl noch nie auf einer Baustelle versammelt. Doch das Schicksal wollte es, dass aus dem geplanten Eröffnungsfest für das neue Feldner Dorfzentrum ein Baustellenfest wurde. Yvonne Pirchl vom Quartierverein erklärte: «Da sich die Fertigstellung des ganzen Komplexes mehrere Male verzögert hat, mussten wir die Einweihung auch immer wieder verschieben.» Beim dritten Verschiebungsdatum habe man sich schliesslich entschieden, das Eröffnungsfest durchzuführen, obwohl das Zentrum noch nicht ganz fertig sei.

Die aufgetürmten Bretter, losen Kabel und verstaubten Böden im neuen Gebäude mitten in Feldmeilen taten der allgemeinen Euphorie über das Einkaufscenter aber keinen Abbruch. Ausserdem verlieh der Quartierverein der Baustelle einen gewissen Charme, indem er ein «Baustellenracing» veranstaltete. Das unvollständige Haus mit Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten verwandelte sich für die Kinder in einen Hindernisparcours. Mit Schubkarren wurden Steine transportiert und auf Zehenspitzen musste über Balken balanciert werden.

Für die Einweihung hatten alle Läden ihre Türen geöffnet. Tanzgruppen, Karussell und Schminkstand sorgten für Unterhaltung, Musik begleitete das bunte Treiben. Zahlreiche Besucher nutzten während der Führung die Gelegenheit, die beinahe fertig gestellten Räume zu besichtigen, und erklommen das provisorische Treppenhaus, um von den obersten Stockwerken aus einen Blick auf den neuen Zentrumsplatz zu erhaschen.

Angst vor Verstädterung

Hört man sich um, so wird klar, dass sich die Feldner freuen über die Möglichkeit, die Einkäufe nun auch im Quartier erledigen zu können. Sie können zu Fuss hingehen, statt mit dem Auto bis nach Herrliberg oder Meilen zu fahren. Doch nicht alle Feldner sind begeistert. Im familiären Feldmeilen gebe es eine Tendenz zur Verstädterung, kritisieren manche. Der Ortsteil werde über kurz oder lang mit dem Agglomerationsbalken Zürich verschmelzen. Für viele Feldner ist gerade diese Tendenz jedoch eine positive. Ein urbaneres Feldmeilen sei ein unabhängigeres, argumentieren sie. Feldmeilen rücke mit dem neuen Zentrum einen weiteren Schritt in Richtung eigenständiges Dorf. Das Gefühl, eher Feldner als Meilemer zu sein, nehme zu.

Erfreut ist zum Beispiel Edith Hitzler, Inhaberin eines Coiffeursalons: «Feldmeilen hat nun einen internationaleren Charakter, behält aber den familiären Charme des Dorfes.» Ausserdem werde Feldmeilen durch das neue Zentrum auch für Einwohner anderer Gemeinden attraktiver. Yvonne Pirchl vom Quartierverein freute sich über die gute Atmosphäre. Solche Feste seien eine wunderbare Möglichkeit, die Feldner zusammenzubringen. «Deshalb werden wir wahrscheinlich wieder einmal ein Dorffest veranstalten, auch wenn nicht gerade eine Eröffnung ansteht», sagt sie.

Die festlich geschmückte Grossbaustelle, Unterhaltung im Zelt, Loris Friedli (l.) und Robin Bornträger aus Herrliberg beim Verkaufen am Kinderflohmarkt.

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