Zum Hauptinhalt springen

Die Flyers bleiben am Boden

Nach dem knapp verlorenen Playoff-Final hat Kloten mit drei Niederlagen in vier Spielen den schlechtesten Saisonstart seit 2000 hingelegt.

«Ich bin nicht in Panik», stellt Anders Eldebrink klar. Am Tag nach dem 1:6-Debakel in Davos ist der Flyers-Coach wieder die Gelassenheit selbst. Dabei war die dritte Niederlage in den ersten vier Spielen der Tiefpunkt des schlechtesten Klotener Saisonstarts seit 2000. Und ein eindrückliches Zeugnis dafür, wie weit sich der Meister in diesem Herbst von jenem Team entfernt hat, das er vor fünf Monaten erst im siebten Playoff-Final niederringen konnte. Obwohl die Bündner seither einen tief greifenden personellen Wechsel hinter sich haben - und die Zürcher nur punktuelle Kaderveränderungen.

Diesem Punkt widerspricht Eldebrink allerdings mit Verweis auf die Verletzungen von Félicien Du Bois, Benjamin Winkler und Marc Welti. «Uns fehlen gegenüber der letzten Saison drei Stammspieler in der Verteidigung. Das ist ein grosser Verlust.» Während Welti wohl die ganze Saison verpasst, werden Du Bois frühestens in zwei und Winkler in drei bis vier Wochen zurückerwartet. «Wenn alle gesund sind, haben wir eine gute Mannschaft», sagt Eldebrink. Wenn die Flyers bis dahin nicht am Boden bleiben wollen, müssen andere die Lücken füllen. Und davon war zuletzt sehr wenig zu sehen.

Haakana nicht NLA-tauglich

Die Auftritte der zwei Ausländer in der Klotener Verteidigung waren zuletzt vollkommen ungenügend. Radek Hamr absolviert ein enormes Pensum, ist dabei aber nur ein Schatten des Spielmachers, der er zu seinen besten Zeiten war und lässt damit Zweifel aufkommen, ob die vorzeitige Verlängerung seines Vertrags um drei Jahre ein guter Schritt war. Der 35-jährige Tscheche kann als Entschuldigung für seine Formschwäche immerhin anführen, dass er wegen seiner Knieverletzung drei Wochen der Vorbereitung verpasste und noch immer Schmerzen hat. Der als Nothelfer bis Ende Oktober verpflichtete Finne Kari Haakana ist dagegen vom Tempo in der NLA schlicht überfordert.

Ein Tor in 30 Minuten Überzahl

Das Hauptproblem der Klotener ist derzeit aber nicht das Verhindern, sondern das Erzielen von Toren. Die in den letzten Jahren so torgefährlichen Flyers sind mit fünf Treffern das harmloseste Team der Liga und brachten in fast 30 Minuten Powerplay gerade mal ein Tor (in doppelter Überzahl) zustande. Bei den Stürmern können die Klotener keine Verletzungsprobleme geltend machen, entsprechend ratlos sind sie selbst. Captain Frédéric Rothen sucht das Problem nicht auf den Stöcken, sondern in den Köpfen der Spieler. «Nach der letzten Saison haben alle höhere Erwartungen. Vielleicht macht uns das etwas nervös.»

Im Verlauf des Spiels gegen Davos versetzte Eldebrink Rothen wieder an die Seite der Ausländer und Wick zurück zu Liniger und Jenni. Doch auch die Wiederherstellung der letztjährigen Blöcke fruchtete nichts. Von den ausländischen Stürmern kamen bisher kaum Impulse. Santala überzeugte nur durch seinen Körpereinsatz, Rintanen blieb fast unsichtbar, auch wenn er als einziger Klotener Söldner schon ein Tor schoss. Und die Hoffnung, dass Grant Stevenson mehr Offensivwirkung als sein Vorgänger Curtis Brown entfaltet, hat man in Kloten schon fast aufgegeben.

Suhonen reist nach Finnland

Immerhin sagt Anders Eldebrink, dass der Kanadier morgen gegen Fribourg eine dritte Chance bekommen könnte. Vielleicht ist es schon seine letzte. Denn Sportchef Alpo Suhonen reist diese Woche nach Finnland, um persönliche Angelegenheiten zu erledigen. Und Suhonen wird die Gelegenheit sicher nicht ungenutzt lassen, sich auch nach einer Lösung für das Klotener Centerproblem umzuschauen.

Ein Bild mit Symbolcharakter: Torhüter Ronnie Rüeger fügte sich am Samstag in die bescheidene Teamleistung ein.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch