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Die Gegner starten neue Offensive im Streit um regionales Busdepot

Im Kampf um das Busdepot in der Landwirtschaftszone Arn in Horgen verlangt die IG Lebensraum Horgen jetzt eine dezentrale, redimensionierte Lösung. Sie reagiert damit auf einen herben Rückschlag.

Von Arthur Schäppi Horgen/Wädenswil – «Das Busdepot in der Arn ist im Landwirtschaftsgebiet nicht zonenkonform, verschandelt das Landschaftsbild und unterläuft das von den Horgner Stimmbürgern beschlossene Bau-Moratorium.» An einer Medienorientierung von gestern machten Thomas Krähenmann und Charles Specker unmissverständlich klar, dass ihre IG Lebensraum Horgen, Horgenberg, Arn das Vorhaben in Horgen weiterhin bekämpft und am Alternativstandort in der Industriezone Hintere Rüti in Wädenswil festhält. Und dies, obwohl die IG vor wenigen Tagen erst einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen musste: Ihre Hoffnung, dass die AHW-Busbetriebe oder die Gemeinde Horgen für das Busdepot vom Kanton ausgeschriebenes Industrieland in der Hinteren Rüti in Wädenswil kaufen könnten, haben sich zerschlagen. «Die AHW und die Gemeinde sind nicht unter den Bewerbern», hatte das Immobilienamt der kantonalen Baudirektion der IG vor wenigen Tagen klipp und klar auf eine entsprechende Anfrage geantwortet. Bei Gesprächen mit der AHW habe sich gezeigt, dass das 15 000 Quadratmeter grosse Grundstück für diese «viel zu gross und zu teuer» sei. Möglichst rasch abschliessen will der Kanton nun Verhandlungen mit diversen privaten Interessenten, die «Angebote im zweistelligen Millionenbereich» gemacht hätten. Nur Garage für Gelenkbusse Auf die jüngste Entwicklung reagiert die IG mit neuen Vorschlägen, für die allenfalls auch eine andere, kleinere Industriezone infrage käme, wie es an der Medienorientierung hiess. Statt eines «zentralen Superdepots mit Tankstelle und Waschanlage» verlangt die IG eine redimensionierte und auch weiterhin dezentrale Lösung. Demnach sollte nur für die besonders langen Gelenkbusse eine neue Garage erstellt werden. Wogegen die übrigen Busse weiterhin dezentral in der Region untergebracht würden. Statt dass die Gemeinde mit der Umnutzung von billigem Landwirtschaftsland die AHW-Busbetriebe «versteckt subventioniert», solle sie ein anderes Transportunternehmen suchen, das in der Lage sei, das Busdepot auch in der Industriezone rentabel zu betreiben. Oder die Gemeinden des Bezirks sollten das Industrieland in Wädenswil gemeinsam kaufen und es im Baurecht an einen Busbetreiber abgeben. Ihre Anliegen vorbringen wird die IG auch an einem auf den 16. November vereinbarten Gespräch mit Baudirektor Markus Kägi (SVP). «Es ist doch stossend, wenn das kantonale Amt für Raumentwicklung sich auf den Standpunkt stellt, dass das Depot wenn immer möglich in einer Industriezone erstellt werden soll und der Kanton in Wädenswil gleichzeitig Industrieland für andere Zwecke veräussert», sagt Krähenmann dazu. AHW winkt ab «Das Areal in der Hinteren Rüti ist für uns viel zu gross und zu teuer», bestätigt AHW-Geschäftsführer Karl Zollinger. Zudem müsste das Depot dort über dem Sockelgeschoss eingerichtet werden, was einen enormen Landverschleiss für die Zufahrt erfordere. Die Vorschläge der IG lösen bei ihm Kopfschütteln aus: «Wir haben bereits unzählige, auch dezentrale Lösungen studiert.» Sie hätten sich allesamt aus Kosten- oder betrieblichen Gründen als unzweckmässig erwiesen. «Landkauf nie ein Thema» «Für die Gemeinde war ein Landkauf in Wädenswil nie ein Thema, das wäre einzig Sache der AHW», stellt Horgens Bauvorstand Joggi Riedtmann (SP) klar. Selbstverständlich würde der Gemeinderat einen geeigneten Standort im Siedlungsraum bevorzugen. «Aufgrund der Abklärungen der AHW gibt es aber offensichtlich keinen solchen Standort.» Und einen Kauf des Industrielands in Wädenswil durch die Bezirksgemeinden hält Riedtmann aus finanziellen Gründen für «politisch unrealistisch».

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