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Die grosse Ernüchterung der Handballer

Die Schweizer verloren in der EM-Qualifikation gegen die Weissrussen 31:34, die Chancen schrumpfen weiter.

Das Handball-Nationalteam ist in der EM-Ausscheidung mit einer weiteren Niederlage in eine fast aussichtslose Position geraten. In Stäfa gab es gegen die zuvor ebenfalls punktelosen Weissrussen ein 31:34. Schon kurz vor Spielbeginn hatte die Schweizer eine unerfreuliche Botschaft erreicht: Russland besiegte Dänemark daheim 31:27. Mit dem Fehltritt des WM-Finalisten war nicht zu rechnen gewesen. Die Probleme der Dänen begannen schon am Zoll; diversen Spielern (u.a. dem Flensburger Trio Eggert, Svan Hansen und Rasmussen) verweigerte die russische Behörde die Einreise. Durch den Coup der Russen hatte sich die Situation für das Schweizer Team in der Gruppe 7 ohnehin verschärft. Dass die Lage nun eigentlich aussichtslos ist, haben sich die Schweizer aber in erster Linie selber zuzuschreiben. Vor eigener und phasenweise lauter Kulisse liessen sie sich von einem Kontrahenten schlagen, der zuvor noch kein Wettbewerbsspiel in der Schweiz gewonnen hatte. Diese Niederlage wird nun kaum mehr zu korrigieren sein. In seiner ersten Enttäuschung sprach auch Nationaltrainer Goran Perkovac davon, im zweiten Teil der Ausscheidung stehe allenfalls noch der Kampf um Platz 3 zur Debatte. «Aber dass wir Russland oder Dänemark hinter uns lassen würden, wäre sowieso ein Wunder gewesen.» Vorwerfen lassen müssen sich die Schweizer aber, derart früh nur noch in der Theorie Chancen auf einen EM-Platz zu haben. Das ist als arge Enttäuschung zu werten. Im sechsten Jahr hintereinander werden sie nicht an einer EM-Endrunde dabei sein; von der WM-Bildfläche sind sie seit 1995 verschwunden. «Ich musste feststellen, dass die Spieler unserer Liga nur sieben bis acht Minuten lang auf höchstem Tempo-Niveau mithalten können», zog Perkovac nach dem Match Fazit. An der Fitness allein lags mutmasslich nicht, sondern auch an der Effizienz im Angriff. Im Aufbau fehlte die Ruhe. Oft entschieden sich die Schweizer für die falsche Variante. Vieles wirkte überhastet. Andy Schmid nahm wegen der engen Deckung durch Browko keinen Einfluss auf die Partie; das eine Tor ist gemessen an seinen Möglichkeiten verschwindend wenig. Ohne ihren Regisseur bekundeten die im Aufbau ohnehin ungenügenden Schweizer allzu grosse Schwierigkeiten. Und in den entscheidenden Momenten – nach dem 25:25 (42.) und dem 29:29 (53.) vergaben sie diverse «Big Points». Perkovac zählte «sechs bis sieben hundertprozentige Chancen». Vom Bannstrahl der Kritik dürften nur zwei verschont bleiben: Keeper Pascal Stauber verhinderte in der ersten Hälfte mit zehn erstklassigen Paraden ein noch frühere Zäsur. Und Manuel Liniger, Topskorer von Lemgo, ermöglichte dem Team mit acht Treffern zweimal ein (temporäres) Comeback.(Si) Schweiz - Weissrussland 31:34 (16:16)1250 Zuschauer. – Torfolge: 1:0, 1:1, 4:1, 4:5, 5:6, 6:6, 6:8, 8:8, 9:9, 10:9, 11:12, 12:12, 12:13, 13:13, 13:14, 14:14, 14:15, 15:15, 15:16, 16:16; 17:16, 17:18, 18:19, 19:20, 20:21, 21:21, 21:23, 22:23, 22:24, 23:24, 23:25, 25:25 (42.), 25:26, 26:26, 26:29 (49.), 29:29 (53.), 29:32 (58.), 30:32, 30:33, 31:33, 31:34. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 7mal 2 gegen Weissrussland.Schweiz: Stauber/Quadrelli (ab 27. bis 38.); Schmid (1), Kurth (5), Liniger (8/3), Ursic (4), Graubner (6), Scheuner (3), Milosevic (1), Hess, Heer (1), Hofstetter (1), Vukelic, Svajlen (1), Parolo, Bächtold. Der Schweizer Alen Milosevic setzt zum Torwurf an.Foto: Steffen Schmidt (Keystone)

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