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Die Hölle in der Bucht der Engel

Riesenwellen richten im Süden Frankreichs Verwüstungen an. Wie Nizza die Furie des Meers beklagt.

Die Palmen standen schwarz im Regen, der Himmel hing bedrohlich über der Bucht der Engel. Nur der Wind wehte kaum, als sich das Meer «la Prom’» nahm, die Promenade des Anglais, Nizzas ganzer Stolz, die sieben Kilometer lange Küstenstrasse. Und wie es sie nahm: mit einer Wucht, wie sie die Niçois seit sechzig Jahren nicht mehr erlebt hatten. Stundenlang schlugen hohe Wellen am Dienstagabend gegen die Dämme und schwemmten alles weg: alle Strandbetten, Sonnenschirme und die Tische für den Apéro.

Le Sporting, Ruhl Plage, Lido Plage - die Strandbetreiber hatten die Saison schon eröffnet gehabt. Mit neuem Mobiliar. Wie sie auch im nahen Cannes die VIP-Zelte aufgeschlagen und die roten Teppiche schon gelegt hatten für das Filmfestival, das nächste Woche stattfindet und ja nicht unwesentlich von der Lieblichkeit des Mittelmeers im milden Mai lebt. «Es war die Hölle», schreibt «Nice-Matin», die Lokalzeitung. Ein «zerstörerischer Tsunami» habe gewütet. «Nizza hat keinen Strand mehr», schreibt die Reporterin, «es ist vorbei.» In der Stadt reden sie von nichts anderem. Das Meer sei wie eine Furie gewesen.

Natürlich ist das alles ein bisschen übertrieben. Es kam niemand um. Und die Schäden der «Plagistes» sind bald repariert. Bleiben werden spektakuläre Bilder von der rosa Kuppel des Hotels Negresco, dem Wahrzeichen der Stadt, wie sie hinter einer Mauer aus Wellen und Gischt untergeht in diesem kältesten und unwirtlichsten Winter an der Côte d’Azur seit Menschengedenken. Es sind Bilder für Postkarten, historische Helgen. Oliver Meiler, Nizza Das entfesselte Meer vor Nizzas Strandpromenade. Foto: AP, Keystone

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