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Die Kritik hat sich in sechs Monaten verflüchtigt

Im Frühling war das neue Oberstufenmodell der Schule Grüningen auf grosse Skepsis gestossen. Jetzt äussern sich alle positiv: Schüler, Lehrer und Eltern.

Von Martina Gradmann Grüningen – Kritische Stimmen zum neuen Schulmodell sind in Grüningen kaum mehr zu vernehmen. Das neue, leistungsdurchmischte Modell an der Oberstufe Grüningen kommt bei Schülern, Lehrer und Eltern gleichermassen gut an. «Ich finde es lässig», sagt beispielsweise der 13-jährige Marc, der die zweite Sekundarschule besucht. «Das individuelle Arbeiten gefällt mir sogar deutlich besser als das alte System.» Auch der 14-jährige Joel sagt, dass er vom neuen System profitiere: «Wir können aussuchen, was wir in welcher Stunde lernen und wann wir unsere Prüfungen schreiben wollen.» Auch der eigene, individuell gestaltete Arbeitsplatz mit viel mehr Raum sei ein grosser Vorteil. Und seine Mutter ergänzt, dass der 14-Jährige schulisch bemerkenswerte Fortschritte gemacht habe. Noch vor einem halben Jahr hatte es von Elternseite ganz anders getönt. Lerncoaches, individuelle Lernlandschaften und selbstständiges Lernen waren vielen Grüninger Eltern suspekt. «Gute Schüler werden mit diesem System gestärkt, und die Schwachen gehen unter», glaubte damals eine Mutter von einem 13-jährigen und einem 11-jährigen Sohn. «Solche Befürchtungen wurden zunächst immer wieder geäussert. Sie sind aber unbegründet», sagt die Mathematik- und Geometrie-Lehrerin Kathrin Bänniger: «Vor allem um die Lernschwachen kümmern wir uns intensiv. Wir können heute viel individueller auf die Bedürfnisse der einzelnen Schüler eingehen und haben auch eine engere und damit bessere Kontrolle über die Lernfortschritte der Schülerinnen und Schüler, aber auch über die Schwierigkeiten, die vorhanden sind.» Schülerzahl erzwang Modell Weil die Schülerzahlen in Grüningen zu klein sind, um zwei Jahrgangsklassen zu führen, hatte sich die Schule Grüningen nach intensiver Evaluationszeit für das neue leistungsdurchmischte Modell entschieden. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in sogenannten Atelierräumen an eigenen, individuell gestalteten Arbeitsplätzen. Bilder von Meerschweinchen, Hasen, Hunden oder auch von Freunden und Freundinnen der Schüler zieren die Arbeitsstationen. «Ich war von Beginn weg vom neuen Modell begeistert», sagt Oberstufenlehrer Manuel Thomi. «Man hat jetzt Zeit, sich auf die Schüler einzulassen und in ihre Welt einzutauchen. Das hat mir vorher gefehlt.» Vorbereitung kostet mehr Zeit Die Vorbereitung auf die einzelnen Lektionen sei sicher zeitintensiver als vorher, doch sei ihm das lieber, sagt Thomi. Zudem habe die ganze Vorbereitungszeit die Lehrerinnen und Lehrer ungemein zusammengeschweisst und bringe auch jetzt noch spannende und fruchtbare Diskussionen. Stolz auf seine Lehrerschaft ist auch der Grüninger Schulleiter Werner Braun: «Alle stehen voll dahinter, obwohl das neue Schulmodell für die Lehrer anspruchsvoll ist.» Wie es sich langfristig bewähre, werde sich natürlich erst noch weisen. Die ersten Erfahrungen und Reaktionen von Schülern und Eltern sind aber jedenfalls durchwegs positiv. www.schulegrueningen.ch

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