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Die Salzvorräte im Kanton Zürich sind aufgebraucht

Der starke Schneefall hat die Zürcher Strassendienste an ihr Limit gebracht. Nun droht auf gewissen Kantonsstrassen sogar ein Kettenobligatorium.

Zürich - Ab heute Freitag salzen die Strassendienste rund 1400 Kilometer Kantonsstrassen nicht mehr, wie die kantonale Baudirektion mitteilte. Der Kanton lässt die Strassen nur noch mit dem Schneepflug räumen. Vereinzelt wird Salz oder Splitt eingesetzt. Bereits gestern wurde nur noch auf den Autobahnen, den Hauptverkehrsachsen und an gefährlichen Stellen wie Zufahrten zu Spitälern und Bahnhöfen gesalzen.

Kein gutes Zeichen fürs Wochenende: Mit den beginnenden Sportferien im Kanton Zürich werden viele Unterländer mit dem Auto in die Berge fahren. Der Zürcher Strasseninspektor Reto Färber schliesst deshalb nicht aus, dass der Kanton auf gewissen Kantonsstrassen ein Kettenobligatorium einführt. Färber rät allen Autofahrern, die Fahrgeschwindigkeit bei den aussergewöhnlichen Strassenverhältnissen markant zu reduzieren und den Abstand zum vorderen Fahrzeug deutlich zu vergrössern. Autofahrer müssen gar mit Totalsperrungen von Strassen aus Sicherheitsgründen oder mit Einbahnverkehr rechnen.

Nur Splitt in der Stadt

In der Stadt streuen die Strassendienste, wie in alten Zeiten, nur noch Splitt. «Wir müssen notgedrungen auf diese Alternative zurückgreifen», sagte Leta Filli, Sprecherin von Entsorgung und Recycling Zürich, zu Tagesanzeiger.ch. Damit will man nun ohne Salz so gut wie möglich die Sicherheit im Verkehr erhöhen.

Grund für die leeren Salzlager in Zürich ist die Salzknappheit in Europa, die auf die tiefen Temperaturen seit Januar im Osten und Norden zurückzuführen ist. Bereits vor einigen Wochen hatten die Schweizer Rheinsalinen die Salzkontingente für die Kantone überschritten. Den Mangel konnten die Rheinsalinen nicht ausgleichen, weil sie - anders als früher - kein Salz mehr importieren konnten.

Schon wenig Schnee genügt

Laut Meteo Schweiz wird bis Samstag immer wieder Schnee fallen, und es bleibt kalt. «Gerade bei diesen tiefen Temperaturen braucht es nicht viel Schnee, damit die Strassen rutschig sind», sagte Heinz Maurer von Meteo Schweiz. Ein Zentimeter Schnee genüge. Fürs Wochenende kann Maurer Entwarnung geben, weil es trocken bleibe. Die Temperaturen sollen ab Mitte nächster Woche wieder steigen.

Am Mittwoch kam es auf verschneiten Strassen laut der Kantonspolizei Zürich zu rund 120 Unfällen. In Neuenhof AG sorgte um 13.45 Uhr ein Unfall mit einem leichten Sattelschlepper für einen kilometerlangen Rückstau auf der A 1. In der Überdeckung Neuenhof geriet das Fahrzeug auf der eisglatten Fahrbahn ins Schleudern und prallte gegen die Tunnelwand. Gleichzeitig kollidierte der schleudernde Anhänger mit einem nachfolgenden Auto. Der Sattelschlepper kam darauf quer über alle drei Fahrstreifen zum Stillstand, was zu weiteren Auffahrkollisionen führte. Zwei Lenker zogen sich dabei leichte Verletzungen zu und mussten ins Spital gebracht werden.

Gestern Donnerstag hat die Kapo Zürich keine nennenswerten Unfälle verzeichnet. «Die Autofahrer haben sich offenbar den Verhältnissen angepasst, haben das Tempo gedrosselt und einen grösseren Abstand eingehalten», sagte Kapo-Sprecher Martin Sorg. Auch im Stadtgebiet ereigneten sich laut der Stadtpolizei Zürich ausgesprochen wenige Verkehrsunfälle. In Winterthur kam es gestern zu keinen Kollisionen wegen schneebedeckter Strassen.

Ausfälle am Zürcher Flughafen

Der Schnee machte auch den Flughäfen zu schaffen. Weil vor allem in Deutschland und den USA die Flieger am Boden bleiben, mussten am Flughafen Zürich knapp 20 Flüge gestrichen werden. «Einige Flugzeuge können dort nicht mehr starten. Entsprechend fallen auch die Rückflüge ab Zürich aus», sagte Jasmin Bodmer, Sprecherin der Flughafen Zürich AG, zu Tagesanzeiger.ch. Das Enteisen der Flugzeuge in Zürich führte gestern teilweise zu Verspätungen bis zu 45 Minuten. Die Schneefälle zwingen die Autofahrer zu mehr Vorsicht. Foto: Nicola Pitaro

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