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Die Schweiz hofft auf die Zürcher

Am Sonntag, einen Monat nach dem geplanten Termin, beginnt die Eiskunstlauf-WM. Wegen des schweren Erdbebens in Japan wurde sie nach Moskau verlegt. Für die Schweiz sind fast nur Zürcher am Start.

Von René Hauri Die Wartezeit war lang, die Vorbereitung schwierig. Der Fokus der Eiskunstlauf-Elite lag ganz auf dem 21. März. Dann hätte der Startschuss zur Weltmeisterschaft in Tokio fallen sollen. Das verheerende Erdbeben machte eine Durchführung aber unmöglich. Der Weltverband ISU musste kurzfristig eine Alternative finden. Ende März präsentierten die Verantwortlichen Moskau als neuen Austragungsort und gaben den 24. April als Wettkampfbeginn bekannt. Für die Athleten war diese Entscheidung in erster Linie eine Erleichterung, auch wenn die Verschiebung des Saisonhöhepunkts Umstellungen zur Folge hatte. Bettina Heim, nach dem Rücktritt von Sarah Meier alleinige Schweizer Vertreterin an den Titelkämpfen, bekundete damit wenig Mühe. «Natürlich war ich Mitte März in Topform. Aber seit drei Wochen bin ich bereits wieder im Aufbau. Ich bereite mich einfach auf einen neuen Wettkampf vor», sagt die Läuferin des WSC Winterthur und ergänzt: «Hart wäre es gewesen, wenn die WM ganz abgesagt worden wäre.» Heim: An Sicherheit gewonnen Mit der Wahl Moskau ist Heim zufrieden. «Die Megasport-Arena kenne ich zwar nicht. Es ist aber eine neue Halle. Toll, dass die Wettkämpfe in einem Land stattfinden, in dem unser Sport einen hohen Stellenwert geniesst.» In der russischen Hauptstadt wird die 22-Jährige ähnlich schwierige Programme zeigen wie an der Schweizer Meisterschaft. Diese hatten ihr Mitte Dezember in Zug den Titel eingebracht, «obwohl es mir nicht nach Wunsch lief», wie sie sagt. «Seither habe ich an Sicherheit gewonnen.» Heim hat sich den Kürfinal, den die besten 24 Läuferinnen erreichen, als ambitioniertes Ziel gesetzt. Zuerst muss sie allerdings wie sämtliche Teamkollegen die Qualifikation überstehen. Dass ihr zum Verhängnis werden könnte, dass die Schweizer Hoffnungen im Frauenfeld ausschliesslich auf ihr beruhen, glaubt sie nicht: «Ich habe Erfahrung genug, um mit dem Druck umzugehen.» Redin: Im Training stark wie nie Ähnlich verhält es sich bei Mikaël Redin. Wie Heim hat auch er erstmals den nationalen Titel gewonnen, war an der Heim-Europameisterschaft Ende Januar in Bern nicht dabei, weil er die Forderungen verfehlt hatte, und ist der alleinige Vertreter der Delegation. «Es ist ganz anders als noch vor zwei Jahren, als ich zusammen mit Jamal Othman in Los Angeles antrat. Jetzt bin ich allein», sagt der 22-jährige Franzose, der seit September 2006 in Küsnacht lebt und daher für die Schweiz starten darf. «Ich bin hoch motiviert. Dass ich an der Heim-EM nicht teilnehmen durfte, war eine grosse Enttäuschung. Umso wichtiger ist die WM für mich.» Während der Ungewissheit, ob die interkontinentalen Titelkämpfe 2011 überhaupt stattfinden würden, trainierte Redin zwar, allerdings deutlich weniger intensiv. «Erst in den letzten drei Wochen gab ich wieder Vollgas», sagt der Läufer des EC Küsnacht. Und das vorwiegend in der Eishalle Bäretswil, weil die umliegenden Zentren den Winterbetrieb bereits eingestellt hatten. Die Vorbereitung sei dennoch nach Wunsch verlaufen. «Ich habe im Training noch nie solch starke Leistungen gezeigt», sagt Redin. Die Qualifikation für das Kurzprogramm ist seine Vorgabe. «Das wird zwar sehr schwierig, weil zahlreiche starke Athleten antreten. Aber es ist möglich.» Die dritte Läuferin aus dem Kanton ist Ramona Elsener. Für die 19-jährige Eistänzerin vom Bülacher EC, die zusammen mit Florian Roost (ES Frauenfeld) antritt, ist die Weltmeisterschaft nach der EM in Bern (19. Rang) und der Junioren-WM in Südkorea (14.) bereits der dritte Grossanlass in diesem Jahr. Drei der vier Schweizer WM-Hoffnungen: Bettina Heim, Ramona Elsener und Mikaël Redin (von links). Fotos: Keystone

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