«Die spinnen, so ohne Bremsen»

Spektakel pur: In Zürich fand gestern ein Velorennen mit Fixies statt.

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Man muss kein Velofreak sein, um zu ahnen, dass Fixies eine spezielle Angelegenheit sind – vor allem, wenn man mit diesen Velos ohne Gangschaltung, ohne Freilauf und ohne Bremsen ein Rennen fährt wie das Zuricrit, das am Samstag im Zürcher Sihlfeld stattfand.

Es war nach 2018 die zweite Ausgabe des Rennens und die erste, die mitten in der Stadt über die Bühne ging. 84 Athleten und 17 Athletinnen traten an, darunter die internationale Fixie-Elite ebenso wie Mauro Schmid, Alex Vogel und Gian Friesecke, drei Schweizer Nachwuchshoffnungen im Strassenrennen, die alle zum ersten Mal auf einem Fixie sassen.

Kurve eins: Die Schicksalskurve

Die rund 3000 Zuschauer erlebten ein spannendes Spektakel; stellenweise flitzten die Athleten nur Zentimeter vor den Nasen des Publikums vorbei. Die Fahrer hatten in vier Qualifikationen und drei Finalläufen je zwölf Runden auf einem ein Kilometer langen Rundkurs zu absolvieren. Und der war dank sechs Kurven technisch anspruchsvoll. Vor allem die erste Kurve hatte es in sich: Eine 135-Grad-Spitzkehre direkt nach der Start/Ziel-Geraden, also jenem Abschnitt, auf dem die Fahrer auf bis zu 50 Stundenkilometer und mehr beschleunigen.

Hier entschied sich das Schicksal von mehr als einem Fahrer. «Fuck, fuck, fuck», schimpfte einer halblaut im Vorüberrauschen, weil er haarscharf am Randstein vorbeischrammte – und wohl das Bild eines Kollegen vor sich hatte, der nur eine Runde zuvor an eben dieser Stelle in der Abschrankung gelandet war. Auch Gian Friesecke erwischte es an dieser Stelle: Nach einer rasanten Qualifikationsfahrt an der Spitze des Feldes war er kurz unkonzentriert und vergass, dass er nicht auf einem gewöhnlichen Rad sass. Das endete in einem regelrechten Salto über die Abschrankung. Glücklicherweise trug er nicht mehr als ein paar Schürfungen davon. Die Finalrunde aber war für ihn gelaufen.

Positive Bilanz

Die Organisatoren zogen am Sonntag eine positive Bilanz. «Wir sind sehr zufrieden», sagt Yvan Morf, «das Publikum war begeistert.» Was ihn besonders freut: Auch viele Anwohner liessen sich den Anlass nicht entgehen. Ein älterer Herr, der dem Treiben amüsiert und kopfschüttelnd zusah, konstatierte nicht ohne eine gewisse Bewunderung in der Stimme: «Die spinnen doch, so ohne Bremsen.» Wobei, abbremsen kann man Fixies natürlich schon, indem man dem Schwung der Pedale mehr oder weniger Druck entgegensetzt. Cracks blockieren das Hinterrad auch mal und lassen es schlittern.

Den Sieg trug übrigens am Ende Fixie-Neuling Mauro Schmid davon – nur fünf Zentimeter vor dem Argentinier Facundo Lezica.

Erstellt: 18.08.2019, 12:22 Uhr

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