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Die Uetiker Jugend tobt ganz legal durch die Nacht

Mit einem Sportabend will die Uetiker Jugendarbeit Dummheiten von Teenagern verhindern. Sie macht sich aber keine Illusionen.

Uetikon - Turnhalle Riedwies, Samstagabend. Es herrscht Hochbetrieb. Kinder rennen durcheinander, spielen Fussball, springen auf Trampolins herum und kreischen fröhlich dazu. Im Hintergrund läuft Hiphop, und über allem wacht das Team der Jugendarbeit Uetikon unter der Leitung von Brigitte Santmann. Dass das Angebot der Gemeinde Uetikon bei den Jungen Anklang findet, ist unschwer zu erkennen.

Der Schweiss fliesst in Strömen. Santmann verteilt auf Anfrage Getreidestängel, entweder mit Erdbeer- oder mit Honiggeschmack, und dazu einen Becher Wasser. Einige der Kinder sind schon seit über zwei Stunden nonstop am Spielen und machen trotz der fortgeschrittenen Stunde alles, aber keinen müden Eindruck.

Rumhängen oder Vollgas geben

«Unser Angebot füllt eine Lücke», erzählt Santmann. «Häufig haben die Kinder nur die Alternative zwischen untätigem Rumhängen und einem durchstrukturierten Sport- und Vereinsalltag. Dazwischen gibt es nicht viel, und deshalb platzieren wir da unser Angebot.»

Die Kinder können kommen und gehen, wie sie wollen. Die Teilnahme ist kostenlos. Es gebe Sportskanonen, die genau wüssten, wann welche Gemeinde einen offenen Sportanlass durchführe, sagt Santmann. «Dann haben wir aber auch jene, die einfach weniger alternative Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung haben, weil die Familie nicht viel Geld hat.» Das Publikum ist entsprechend bunt gemischt, auch altersmässig. Vom Fünftklässler bis zu Vertretern der dritten Oberstufe sind in der Turnhalle alle versammelt.

Die Gemeinde Uetikon verfolgt mit solchen Abenden mehrere Absichten. Zum Beispiel geht es darum, einigen Kindern einfach mal etwas Bewegung zu verschaffen, die sie sonst nicht hätten. Längerfristig stehen aber Dinge wie Sucht- und Gewaltprävention im Vordergrund: Wer Sport treibt, ist für Sucht und Gewalt weniger anfällig. Gemäss Santmann geht es aber nicht darum, die jüngst im Dorf aufgetretenen Vandalenakte sofort zu verhindern. «Diejenigen, die bereits Sachen beschädigen, bekommen wir nur schwer in die Halle. Das ist uns klar», sagt sie. Santmann ist seit Juli 2008 in Uetikon als Jugendarbeiterin tätig. Sie sprüht vor Energie, und man merkt, dass sie ihren Job liebt. «Die Kinder sind so lebendig und direkt, ich mag das.» Sie hat auch alles unter Kontrolle: Als ein Junge weinend zu ihr stürmt - er hat einen Ball aufs Auge bekommen -, hat sie bereits den Kühlbeutel parat. Sie weist ihn an, erst einmal abzusitzen, und gibt ihm einen Schluck Wasser.

Und wie gefällt es den Kindern? «Gut», sagt der 13-jährige Egzon. Sein bevorzugtes Sportgerät ist das Trampolin, und er meint stolz: «Heute habe ich den Salto gelernt!» Und das ist doch allemal interessanter als «Benissimo» schauen. Philipp Aeschlimann

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