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Dieser Scanner geht nicht mehr bis auf die Haut

Der Flughafen Zürich testet den Security Scanner. Er macht keine Nacktbilder der Passagiere mehr.

Kloten - Am Flughafen Zürich wird in den kommenden sechs Wochen erneut ein Sicherheitsscanner eingesetzt. Im Gegensatz zum umstrittenen «Nacktscanner», der im Oktober 2008 getestet wurde und die Datenschützer auf den Plan rief, zeigt das neue Modell keine Nacktbilder von Passagieren mehr.

Wie Ernst Schlecht, Sicherheitschef des Flughafens, gestern bei der Präsentation des in den USA hergestellten Security Scanner sagte, sind die Körperkonturen der kontrollierten Fluggäste nicht sichtbar. Geht ein Passagier ohne verdächtige Gegenstände auf sich durch den Scanner, erscheint auf dem Bildschirm des Kontrollpersonals nur ein «OK» ohne Bild. Trägt ein Passagier einen verdächtigen Gegenstand auf sich, wird auf dem Bildschirm der entsprechende Körperbereich mit einem gelben Balken auf dem Körperpiktogramm markiert. In diesem Fall wird der Passagier vom Sicherheitspersonal manuell kontrolliert. Bilder oder Bilderdaten werden keine gespeichert, nur die Anzahl der kontrollierten Personen und die Anzahl ausgelöster Alarme.

Hoher Preis für die Sicherheit

Der grosse Vorteil des neuen Geräts liegt darin, dass er feste, flüssige, pulverförmige, metallische und nicht metallische Stoffe erkennt - also auch Sprengstoff. Bei der gestrigen Medienpräsentation piepste der Scanner sogar, als ein leicht unter den Achseln schwitzender Mann den Scanner passierte.

Dieser hohe Sicherheitsstandard hat seinen Preis. Die Kosten für einen Security Scanner würden weit über 100 000 Franken liegen, zehnmal mehr als für die herkömmlichen Metalldetektoren. Um den Flughafen Zürich flächendeckend abzusichern, bräuchte es rund 50 Geräte, sagte der Sicherheitschef. Diese Investitionen hätten die Passagiere zu tragen. Dies würde etwa einen Franken pro Fluggast ausmachen.

Laut Ernst Schlecht will man mit den Tests die Zuverlässigkeit, die Kapazität und auch die Akzeptanz bei den Passagieren prüfen. Ob die Geräte in Zukunft aber im Flughafen Zürich eingesetzt würden, sei noch offen. Man prüfe allenfalls noch andere Geräte. Auch im geplanten Sicherheitskontrollgebäude, das zwischen den Check-in-Bereichen 1 und 2 gebaut wird und wo Ende 2011 alle Passagiere zentral kontrolliert werden, wird der neue Scanner noch nicht eingebaut, sagte Schlecht.

Positive Erfahrungen mit dem Security Scanner hat man bereits in Amsterdam gemacht. Wie eine Sprecherin des Flughafens Schiphol auf Anfrage sagte, habe man seit drei Jahren 15 solche Geräte im Einsatz. Man beabsichtige, den Bestand auf 65 Stück zu erhöhen. Eingesetzt würden die Geräte vor allem auf Flügen in die USA. Dort werden laut Schlecht bis Ende 2011 rund 1000 Security Scanner an den Flughäfen im Einsatz sein. Auch Kanada und England haben den vorgestellten Sicherheitsscanner im grossen Umfang bestellt.

Passagiere können auswählen

Die Tests mit dem neuen Gerät dauern vom 8. Juni bis zum 14. Juli. Anders als vor anderthalb Jahren, als am Flughafen erstmals ein Bodyscanner getestet wurde, dienen jetzt auch Passagiere als Versuchskaninchen - allerdings nur, wenn sie ausdrücklich einverstanden sind. Das neue Gerät wird bei der Sicherheitskontrolle zu den Gates A51 bis A56 installiert werden. Laut Schlecht sind die Scanner für die Gesundheit unbedenklich: «Die Strahlungsdichte ist weit mehr als tausendmal geringer als diejenige eines Mobiltelefons.» Hände hoch, Sie werden durchleuchtet: Scanner in Kloten. Foto: Doris Fanconi

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