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Dietlikons Vorstoss kam zu spät

Nach dem Transferhickhack um Julia Suter beantragte der Zürcher Unihockeyklub eine Reglementsänderung.

Wenn am Samstag in einer Woche das Unihockey-Playoff der Frauen und damit auch das Duell der ewigen Rivalen Dietlikon und Red Ants Winterthur beginnt, wird eine prominente Spielerin fehlen. Nationalspielerin Julia Suter durfte in der Winterpause nur unter der Voraussetzung von der Eulachstadt ins Zürcher Unterland wechseln, dass sie gegen ihren Ex-Klub keine Spiele bestreitet. Wenngleich Dietlikons Kommunikationschef René A. Chalverat dies als «nicht sehr glücklichen Umstand» bezeichnet, wird der Verein die Abmachung einhalten. «Obwohl uns viele geraten haben, Suter trotzdem einzusetzen», sagt Chalverat. «Wir wollten gegenüber unseren Spielerinnen ein Zeichen setzen: Wir stehen zu unserem Wort. Das wird geschätzt.» Dass der ehemalige Klub überhaupt solche Forderungen stellen kann, stösst bei Chalverat auf Unverständnis: «Es könnte auch verlangt werden, dass unser Präsident nackt durch Winterthur laufen muss. Jede Auflage wäre möglich», sagt er. Deshalb haben die Unterländer vergangene Woche beim Verband einen Vorstoss eingereicht, der in der zweiten Transferperiode im Winter eine Ergänzung vorsieht: Falls ein Spieler oder eine Spielerin in der aktuellen Saison keine Partie bestritten hat, könnte ein Vereinswechsel ohne Zustimmung des ehemaligen Klubs erfolgen. Bei Suter wäre diese Regelung zur Anwendung gekommen. «Mit der jetzigen Regelauslegung hätten die Red Ants den Transfer aber ganz verhindern und Suter ein ganzes Jahr nicht spielen können», begründet Chalverat den Vorschlag. Die Technische Kommission (TK) des Verbandes beriet noch letzte Woche darüber. «Wir finden die Idee nicht schlecht, und sie wäre auch umsetzbar. Aber sie bringt in dieser Form nichts», sagt TK-Chef Beat Wullschleger und erklärt: «Falls ein Verein einen Wechsel Mitte Saison unbedingt verhindern will, kann er den Spieler oder die Spielerin einmal aufs Matchblatt setzen.» Dass gemäss aktuellem Reglement ein Transfer in der Weihnachtspause nur mit Einverständnis des alten Vereins möglich ist, hat auch seine Begründung: «Ein Verein muss am 20. Mai, wenn die Teamanmeldung erfolgt, eine Planungssicherheit für die Saison haben. Das ist in den meisten Sportarten ähnlich geregelt.» Änderung frühestens 2012 Weil, wie Wullschleger sagt, aber ohnehin nicht die TK «über Sinn und Unsinn, sondern lediglich über die Möglichkeit der Umsetzung der von Dietlikon angestrebten Reglementsänderung» zu befinden hat, wird das Dossier an die Abteilungen (Nationalliga und Regionalliga) weitergereicht. Entscheidungsträger ist letztlich der Zentralvorstand. Dieser tagte vorgestern Dienstag. «Um auf die kommende Saison hin eine Änderung herbeizuführen, wurde der Antrag zu spät eingereicht», sagt Wullschleger. Diese käme deshalb frühestens in der Saison 2012/13 zur Anwendung. Für Suter wäre es ohnehin zu spät gewesen. René Hauri

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