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Doppelmandat auf Zeit

Urs Schönenberger ist zurück im Profifussball. Der Trainer schaffte bei seinem Debüt mit dem FC Wohlen einen wichtigen Sieg. Daneben will er weiterhin die Amateure des FC Niederweningen unterstützen.

Von David Schweizer Die Erleichterung beim FC Wohlen war gross. Nach zuletzt fünf sieglosen Spielen gab es für den Challenge-League-Verein wieder ein Erfolgserlebnis. Die Aargauer machten mit dem 2:1 über Wil einen grossen Schritt Richtung Klassenerhalt. Drei Runden vor Schluss beträgt das Polster 5 Punkte auf den Abstiegsplatz 15. Entsprechend gross war die Freude des neuen Trainers Urs Schönenberger. «Das Team hat selbst auf das frühe 0:1 gut reagiert.» Der Nachfolger des entlassenen Livio Bordoli hatte erst am Dienstagabend das erste Training geleitet. «Es ist alles schnell passiert. Am Sonntag gab es den ersten Kontakt.» Fast zweieinhalb Jahre war der gebürtige Wiediker ohne Job im Profifussball. Nach dem viermonatigen Abenteuer bei Altach in Österreich war Schönenberger immer wieder bei verschiedenen Klubs ein Thema, zu einem Vertragsabschluss kam es aber nicht. Die arbeitslose Zeit sei nicht einfach gewesen, bestätigt er. «Meine Frau ist zu Hause fast durchgedreht.» Seit letzten September half der 52-Jährige interimistisch dem abstiegsgefährdeten regionalen Zweitligisten FC Niederweningen. Beim Verein aus dem Wehntal spielt der frühere NLA-Verteidiger (FCZ, Bellinzona, Luzern) seit geraumer Zeit bei den Senioren. «Ich bin wohl der einzige Champions-League-Trainer, der keinen Job hat», beschreibt er seine Situation. Der Höhenflug beim FC Thun Das ist wirklich bemerkenswert: Ende Dezember 2004 hatte Schönenberger beim FC Thun den von GC abgeworbenen Hanspeter Latour ersetzt. Er trat ein schwieriges Erbe an und verteidigte trotzdem Rang 2. Und es kam noch besser: Die Berner Oberländer eliminierten in der Champions-League-Qualifikation Dynamo Kiew sowie Malmö und schafften es damit in die Gruppenphase. Auch dort wehrte sich Schönenbergers Team gegen Arsenal, Ajax Amsterdam und Sparta Prag beachtlich. Dennoch war für ihn Mitte Februar 2006 bereits Schluss in Thun. Der erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte war nach Differenzen mit der Klubleitung und einigen Spielern entlassen worden. Schönenberger rettete noch in derselben Saison den FC Aarau vor dem Abstieg. Nur ein halbes Jahr später trat der Zürcher dort aber nach einer Niederlagenserie zurück. Zuletzt versuchte er 2007 – vor seinem Abstecher nach Österreich – vergeblich, YF Juventus in der Challenge League zu halten. Mit Wohlen ist er nach dem wichtigen Auftaktsieg morgen Samstag beim Tabellenzweiten Vaduz zu Gast. «Ich bin überzeugt, dass wir dort punkten können», sagt Schönenberger. Ohne ihn auskommen müssen dagegen die Amateure des FC Niederweningen. Auch wenn Schönenberger betont: «Ich will auch dort die Klasse halten.» Der Tabellenelfte der Gruppe 1 muss fast zur gleichen Zeit ausgerechnet beim direkten Konkurrenten um den Verbleib in der 2. Liga, Herrliberg, antreten (Langacker, 18 Uhr). Dieselbe Situation wiederholt sich in einer Woche: Wohlen gastiert am Samstag in Lugano, während Niederweningen zu Hause auf Wetzikon trifft.Es werden wohl die einzigen Überschneidungen sein. In den letzten fünf Spielen dürfte Schönenberger den Niederweningern nochmals zur Verfügung stehen. Dann ist die Meisterschaft in der Challenge League bereits zu Ende.Dennoch: Für den Zweitligisten kommt der neue Job ihres prominenten Trainers zu einem ungünstigen Zeitpunkt. «Wir wussten, dass Schönenberger uns bei einem Angebot aus dem Profibereich verlässt», sagt Juniorenobmann Heinz Banz. Das Vorstandsmitglied, das die Zweitligaspieler bisher als Masseur unterstützte, wird Schönenberger bei Terminengpässen vertreten. Er trainierte die erste Mannschaft schon einmal und schaffte mit ihr 2003 den Aufstieg in die 3. Liga. Er sei nahe am Team, bekräftigt Banz. Für Schönenberger selbst ist es klar, dass er die Saison auch mit Niederweningen beenden will. «In Wohlen trainiere ich ja tagsüber. Das ist für ein paar Wochen kein Problem.» Auf einem Nichtabstiegsplatz Vor seiner Unterstützung hatten die Unterländer mit einem Punkt aus vier Spielen einen Fehlstart hingelegt. Schönenberger erreichte in 17 Partien 15 Punkte und führte das bescheidene Team, dass im letzten Sommer seine besten Offensivkräfte Remo Riedener und Raphael Dorsaz verloren hatte, damit auf einen Nichtabstiegsplatz. Urs Schönenberger ist der Start beim FC Wohlen gelungen: Der Zürcher coachte sein neues Team zu einem 2:1-Erfolg gegen Wil. Oliver Lerch (EQ Images)

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