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Dornröschen und die Nadel

Im Stadthaussaal in Kloten ist am Wochenende das Märchen «Dornröschen» als Tanzaufführung gezeigt worden. Die Hauptfigur fiel wegen des Stichs einer Tattoo-Nadel in den Schlaf.

Kloten. - Stockfinster ist der Saal, als eine Erzählerstimme aus Lautsprechern klingt und sich der Vorhang auf der Bühne hebt. «Vor langer Zeit, da war eine Königin und ein König» - so beginnt jedes Märchen. Dann wird den Zuschauern ein Video gezeigt, in dem eine Königin und ein Frosch in einer Badewanne sitzen. Wenige Sekunden später hüpfen muntere, als Frösche verkleidete Kinder über die Bühne. Sie sind Schüler der Tanz-&-Yoga-Lounge Kloten und sorgten am Freitagabend in ihren giftgrünen Kostümen für Lacher.

Das Ziel sei es gewesen, ein unkonventionelles «Dornröschen» zu zeigen sowie den Kindern zu ermöglichen, Bühnenluft zu schnuppern, erklärte Debbie Longo, Inhaberin der Tanz-&-Yoga-Lounge. Gemeinsam mit Christina Szegedi, der zweiten Inhaberin, organisierte Longo die Aufführung. Für die Choreografien waren die Inhaberinnen sowie ihre Mitarbeiterin Rani Wuillemin verantwortlich; für Licht, Ton und die Videos wurde externe Hilfe beansprucht.

Nach jedem Tanz war ein Video zu sehen, das den Besuchern erklärte, welche Märchenszene als Nächstes dargestellt wird. Für die Aufführung gestalteten die Produzentinnen fantasievolle Kostüme: Die Kinder traten als Haushälterinnen im schwarzen Kleid mit weissen Hauben auf oder untersuchten als Ärztinnen im grünen Kittel Dornröschen. Dieses stach sich übrigens nicht an einer Spindel, sondern schlief wegen einer Tattoo-Nadel ein.

Die Macherinnen setzten auf moderne Elemente. Dies war auch an einem Video erkennbar, in dem die 12 Feen mit einer Limousine zum Schluefweg fahren und über den roten Teppich laufen.

Aufgeregt ist nur Dornröschen

Zu den jüngsten Teilnehmerinnen gehörten Alicia Gullotti (6) und Melanie Fuchs (5). Beide standen nicht zum ersten Mal auf der Bühne und sagten, sie seien nur ein bisschen aufgeregt. Bühnenerfahrung hat auch Aline Gyger (10). Sie fand die Proben «nicht so streng». Dabei übten die Kinder neun Monate intensiv, wie Debbie Longo erklärte. Nervenflattern hatte Vanessa Kapp (15). Sie spielte Dornröschen und hatte zum ersten Mal eine Hauptrolle.

Kapp hoffte, «dass die Leute aktiv mitmachen». Dieser Wunsch erfüllte sich für Dornröschen von Beginn an: Die Besucher klatschten laut mit. Im Publikum befanden sich Peter Arnold und Daniel Agner aus Zug, die wegen ihrer Freundinnen gekommen waren. «Wir liessen uns überraschen», sagte Arnold.

Monika Kuipers dagegen konnte ihre Tochter beim Proben beobachten. «Besonders gut gefiel mir der rote Faden, der sich durchs Stück durchzog.» Dieser sei den Organisatorinnen besonders am Herzen gelegen, sagte Debbie Longo. Für die Tanzschule eignete sich Dornröschen ideal, weil es von einer Geburt bis zur Heirat dauere, diverse Musik- sowie Tanzstile darin verpackt werden konnten und die Rollen von unterschiedlichen Altersgruppen übernommen wurden. Eine Herausforderung sei es gewesen, die Übergänge zwischen den Stücken zu lösen. Ob es wieder zu einer Aufführung kommt, steht in den Sternen.

Szene aus der «Dornröschen»-Aufführung im Zentrum Schluefweg.

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