Zum Hauptinhalt springen

«Dreiklang» soll Anklang finden

Die Uetiker nehmen einen weiteren Anlauf für ein neues Gemeindehaus: Auf das 2003 gescheiterte «Corso» folgt der bescheidenere «Dreiklang».

Von Patrick Gut Uetikon – Das Projekt «Dreiklang» des Zürcher Architekturbüros Webereinhardt hat sich gegen fünf Konkurrenten im Studienwettbewerb für ein neues Uetiker Gemeindehaus durchgesetzt. Mit dem «Dreiklang» will der Gemeinderat die Platzprobleme lösen, welche die Verwaltung seit Jahren plagen. Das Gebäude ist in drei einfache Elemente gegliedert: eine zentrale Halle für den öffentlichen Bereich, umschlossen von zwei L-förmigen Gebäudeteilen, in denen sich Büros, Nebenräume und das zweite Treppenhaus befinden. Diese Gliederung ist die Kernidee des Projekts. Eine Besonderheit ist das grosse Sitzungszimmer im Erdgeschoss, das über einen separaten Aussenzugang und über die Tiefgarage erreicht werden kann. Um ins Sitzungszimmer zu gelangen, muss die Verwaltung also nicht geöffnet haben.Die Visualisierung vermag kaum jemanden in Ausrufe des Entzückens zu versetzen, ob der besonders innovativen Architektur. Das ist so gewollt: «Wir wünschen uns keine 08/15-Architektur, aber auch kein Designergebäude», sagt Gemeindepräsident Urs Mettler. Und weiter: «Es war uns besonders wichtig, dass das neue Gemeindehaus funktional und flexibel wird.» Es sei ein Zweckbau, der gefällig daherkommen solle. Architekt Peter David Weber sagt: «Unser Vorschlag soll die nötige Bescheidenheit ausstrahlen.» Gleichzeitig müsse man merken, dass es sich nicht um irgendein Gebäude handle. «Es muss so dastehen, wie wenn es schon immer dort gewesen wäre.»Für Mettler gibt es kein Hauptargument, weshalb der «Dreiklang» gegenüber der Konkurrenz obenaus geschwungen hat. Vielmehr gehe es um eine Vielzahl von Details, welche gerade für diese Studie gesprochen hätten. Um ein Stockwerk verkleinert Am 17. Mai werden die kompletten Arbeiten – inklusive der Modelle der sechs Architekturbüros – der Öffentlichkeit gezeigt, und zwar von 17 bis 20 Uhr im Riedsteg-Saal. Die Architekten werden anwesend sein. Der Zeitplan des Gemeinderats sieht vor, dass die Gemeindeversammlung im Herbst über einen Projektierungskredit befinden wird. Dann können sich die Architekten an die Detailarbeit machen. Im Herbst 2012 sollen die Uetikerinnen und Uetiker an der Urne über einen Baukredit abstimmen. Details zu den Kosten werden im Herbst bekannt. Uetikon unternimmt nicht den ersten Anlauf, ein neues Gemeindehaus zu bauen. 2003 war das Projekt «Corso» an der Urne gescheitert, weil es vielen zu mächtig und zu teuer war. Jetzt wurde das Gebäude um ein Stockwerk reduziert, und in der Jury haben nicht nur Architekten, sondern auch Bürger Einsitz genommen. 2003 war kritisiert worden, dass einzig Experten das Sagen hätten. Ausstellung aller Arbeiten und Modelle, 17. Mai, 17 bis 20 Uhr, Riedsteg-Saal Uetikon. Der ETH-Architekt Peter David Weber führt das Architekturbüro Webereinhardt in dritter Generation. 1909 war es von seinem Grossvater Emil Weber in Zug eröffnet worden. Emil und später sein Sohn Paul Weber machten sich einen Namen mit dem Bau von zahlreichen Schulhäusern und öffentlichen Gebäuden. Der Enkel des Firmengründers, Peter David Weber, übernahm das Unternehmen 1986. Im Jahr 1991 trat der heutige Geschäftspartner Claude Reinhardt in die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat der Firma ein. Auch er kommt aus einer Architektenfamilie, hatte doch sein Vater Jack Reinhardt schon 30 Jahre lang das gleichnamige Architekturbüro in Zollikon geleitet. Seit 1995 gelang es Reinhardt nebst dem Wirtschaftsraum Zug vermehrt den Wirtschaftsraum Zürich ins Arbeitsfeld einzubeziehen, was zur Folge hatte, dass das Büro in Küsnacht laufend ausgebaut wurde. 2008 zog das Büro an den Bleicherweg im Zentrum der Stadt Zürich. Zu den Projekten von Webereinhardt zählen das Gemeindehaus Erlenbach, die Klinik St. Raphael in Küsnacht, das Verwaltungszentrum in Zug und der Umbau des Hotels Meierhof in Horgen. (pag) Weder 08/15- noch Designerarchitektur: Das neue Gemeindehaus im Zentrum von Uetikon muss funktional und flexibel sein. Visualisierung: Webereinhardt Generalplaner

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch