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Dübendorf wie eine Ketchupflasche

Obwohl der Eishockey-Erstligist sein Saisonziel erreicht hat, überwiegt die Enttäuschung. In der Halbfinal-Serie der Gruppe Ost gegen Arosa klappte offensiv nichts, wie es sollte.

Von Kai Müller Die letzte Niederlage ist noch frisch, sie beschäftigt Viktor Nikolic. «Ich spüre momentan eine grosse Leere», sagt Dübendorfs Topskorer, «aber man bekommt immer das, was man verdient.» Für ihn und seine Teamkollegen bedeutete dies: das Aus im Playoff-Halbfinal (best of 5) gegen Arosa. In vier Spielen. «Natürlich wird es als Floskel abgestempelt, wenn jemand behauptet, dass mit dem Playoff eine neue Saison beginne. Aber schauen Sie, wer nun im Final steht», sagt er. Arosa und die Pikes Oberthurgau machen den Ostschweizer Meistertitel unter sich aus, der Sechste und der Vierte der Regular Season. Dübendorf hatte sein vorzeitiges Saisonende am Dienstag in Arosa selbst besiegelt. Die Glattaler, die vor dem Playoff alle drei Vergleiche mit den Bündnern gewonnen hatten, taten sich beim 1:4 einmal mehr schwer mit dem Toreschiessen. Jeder Spieler kennt Tage, an denen nichts funktioniert, Dübendorfs Offensivakteure beklagten gleich vier davon. Selbst beim einzigen Erfolg, dem 1:0 in der zweiten Begegnung, konnten sie die fehlende Effizienz nicht kaschieren. Head-coach Christoph Schenk belegt die Abschlussschwäche mit Zahlen: «Wir benötigten für ein Tor 28 Schüsse, Arosa gerade mal 8.» Das lag auch am starken Goalie der Schanfigger, an Marc Klingler, der sich nur sechsmal bezwingen liess. «Mit so einer mageren Ausbeute muss man defensiv perfekt auftreten, um eine Chance zu haben», sagt Nikolic. Schenks Erklärungsnot Der 29-jährige Stürmer hat in seiner zwölften Saison bei Dübendorf in 36 Partien 47 Punkte (16 Tore, 31 Assists) gesammelt. Doch gegen die Bündner gelang ihm nach dem Treffer im ersten Duell kaum mehr etwas. «Die Scheibe wollte einfach nicht mehr rein, egal, was ich versuchte. Arosa hingegen schlug immer im für uns dümmsten Moment zu», hadert er mit dem Schicksal. Das im Herbst ausgegebene Ziel haben die Glattaler mit dem Erreichen der Halbfinals erfüllt. Schenk, dessen Vertrag bis 2012 läuft, sagt dennoch: «Das bittere Aus gegen Arosa überschattet unsere Saison.» Nach der ansprechenden Qualifikation und der überragenden Masterrunde, in der sein Team bis auf Platz 1 vorstiess, stiegen die Erwartungen. «Die Spieler wollten vielleicht zu viel und fixierten sich zu sehr auf den Amateurtitel», mutmasst Schenk, der sich schwertut, den Leistungsabfall in der entscheidenden Phase zu begründen. «Wir schafften es nicht, im Playoff unser bestes Hockey abzurufen und über uns hinauszuwachsen. Eine Erklärung dafür habe ich nicht.» «Keine Lust auf Eishockey» Nikolic ortet einen Unterschied zu früheren Jahren, wie etwa 2004, als Dübendorf letztmals Amateurmeister wurde: «Die Älteren brachten damals viel mehr Erfahrung aus höheren Ligen mit. Sie hatten die Qualität, sich zu steigern, wenn es um etwas ging.» In dieser Spielzeit unterlagen die Dübendorfer zu oft Schwankungen. Im Viertelfinal gegen Ceresio mussten sie über fünf Partien und verbrauchten viel Energie, obwohl sie zweimal ihre Überlegenheit demonstriert hatten (6:0 und 12:1). Nikolic bemüht einen metaphorischen Vergleich: «Es war wie bei einer Ketchupflasche: Entweder kommt alles auf einmal oder überhaupt nichts.» Die Inkonstanz führte letztlich zum dritten Halbfinal-out in Folge. Am Montag trifft sich die Mannschaft zum Abschlusstraining. Während für Schenk, der auch die Moskitos betreut, in den nächsten Wochen verschiedene Planungsarbeiten anstehen, freut sich Nikolic auf die eisfreien Tage. «Meine Lust auf Eishockey hält sich momentan in Grenzen», räumt er ein. Selbst der Titelkampf in der NLA ändert nichts daran. «Ich werde vielleicht die eine oder andere Zusammenfassung schauen, aber sicher nicht ins Stadion rennen.» Bruchlandung gegen Arosa: Dübendorfs Topskorer Viktor Nikolic.Foto: Nadja Simmen

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