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Dübendorfer Gewerbe unterstützt linke Politiker nicht

Vor Wahlen unterstützt der Gewerbe-, Handels- und Industrieverein nur noch Mitglieder mit gewerbefreundlicher, bürgerlicher Gesinnung.

Von Toni Spitale Dübendorf – «Der Verein bezweckt die Wahrung und Förderung der gemeinsamen Interessen in wirtschaftlicher und politisch-bürgerlicher Hinsicht», heisst es neu in Artikel 3 der Vereinsstatuten des Gewerbe-, Handels- und Industrievereins Dübendorf (GHI). Präsident Werner Benz hat den Antrag auf Änderung an der Generalversammlung am Mittwoch im Restaurant Waldmannsburg zur Abstimmung vorgelegt. Die 64 Stimmberechtigten folgten seiner Empfehlung bei vier Enthaltungen einstimmig. Eine Diskussion verlangte niemand. Damit hat der Dübendorfer Gewerbeverein für künftige Wahlempfehlungen klare Verhältnisse geschaffen. Gewerkschaft nicht erwünscht Die Änderung ausgelöst hatten Differenzen zwischen dem GHI-Mitglied Andrea Kennel und dem Vorstand. Im Vorfeld der Kommunalwahlen im letzten Jahr kandidierte die Sozialdemokratin für den Stadtrat, auf der GHI-Wahlempfehlung war sie aber nicht aufgeführt. Kennel warf darauf dem Vorstand unfaires sowie undemokratisches Verhalten vor. Der Vorstand stellte sich schon damals klar auf den Standpunkt, dass Gewerbler-Anliegen auf politischer Ebene am besten von bürgerlichen Politikern und nicht von Gewerkschaftern vertreten werden. Deshalb sprach er sich bewusst auch gegen eine generelle Wahlempfehlung für alle Verbandsmitglieder aus. «Wir sind sicher nicht links», sagte Benz am Mittwochabend in der Waldmannsburg ob Dübendorf. Kennel an GV abwesend Kennel ist nach wie vor Mitglied im GHI. Sie nahm aber an der 121. Generalversammlung nicht teil. Wie unter dem Traktandum Mutationen zu erfahren war, hat sich die Anzahl der Aktivmitglieder netto um 4 auf neu 232 erhöht. «Das ist immer noch eine stolze, schöne Zahl», sagt Benz. Die SP Dübendorf hat sofort auf die Statutenänderung des Gewerbe-, Handels- und Industrievereins (GHI) reagiert. Dass inskünftig nur noch politisch-bürgerliche Interessen gefördert und gewahrt werden sollen, stösst den Sozialdemokraten sauer auf. Andrea Kennel führe seit über sechs Jahren erfolgreich ein Informatikunternehmen in Dübendorf, das unterdessen sieben Mitarbeiter zähle, heisst es in einem gestern Donnerstag verschickten Communiqué. Fazit der SP: «Es ist bedenklich und heikel, wenn eine Interessenvertretung, die neutral sein sollte, zu politischen Zwecken missbraucht wird.»Mit Blick auf die bürgerliche Gesinnung wird kritisiert, diese sei gewerblich gesehen zu wenig zukunftsgerichtet. «Die Sozialdemokratische Partei wird sich weiterhin für faire Arbeitsbedingungen und damit auch für die Gewerbler einsetzen», sagt Andrea Kennel. Wie lange sie noch Mitglied im GHI sein wird, ist für sie unklar: «Ich überlege mir auszutreten.» Bereits jetzt engagiert sie sich im Verein Unternehmen Zukunft, einem alternativen und auf Nachhaltigkeit bedachten Gewerbeverband. (TA)

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