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Dübendorfer Wolkenkratzer: Zweifel an rosigen Versprechen

Der Arealentwickler versprach vor der Abstimmung über sein Mammutprojekt, er wolle auch für Familien und Alte bauen. Die Gegner aus dem links-grünen Lager misstrauen ihm.

Von Eduard Gautschi Dübendorf &endash Die geplante Überbauung Giessen mit dem 114 Meter hohen Tetris-Hochhaus setzt für Dübendorf neue Massstäbe. Entsprechend fallen auch die Reaktionen aus: Die Gegner aus dem links-grünen Lager schimpfen über ein reines Spekulationsobjekt, über masslose Baudichte und Pseudogrünflächen, während die Befürworter von einem städtebaulichen Akzent schwärmen, der Dübendorf neue Dynamik verleihe. Bevor die Bevölkerung am 27. November an der Urne über den privaten Gestaltungsplan abstimmt, haben Vertreter beider Lager am Mittwoch an einer Podiumsdiskussion im Kino Orion die Klingen gekreuzt. Der Kantons- und Gemeinderat Orlando Wyss (SVP) hielt den Gegnern vor, sie seien inkonsequent: «Linke und Grüne fordern immer, dass verdichtet gebaut werde. Bei diesem Projekt wird verdichtet gebaut &endash und nun bekämpft ihr es.» Die SP-Gemeinderätin Andrea Kennel wehrte sich gegen solche Vorwürfe. Bei diesem Projekt blieben zu viele Fragen unbeantwortet: «Wie geht es weiter? Was wird als Nächstes gebaut? Welchen Einfluss hat die Bautätigkeit auf das Zentrum von Dübendorf?» 50 Prozent Wohnungen? Ein weiterer Streitpunkt war die Höhe des Wohnanteils in der Überbauung. Laut Gestaltungsplan muss er mindestens 40 Prozent betragen. «Das ist zu wenig», sagte Gemeinderat Thomas Maier (GEU/GLP). Das fand auch sein Ratskollege Arthur Gasser (EDU), der überdies darauf hinwies, dass auch die Art der Wohnungen entscheidend sei. «Ziehen hier Familien ein oder entstehen möblierte Wohnungen, die meist nur monatsweise gemietet werden?» Angelo Labate, der Geschäftsführer des Arealentwicklers K-Werkstatt, wies darauf hin, dass es in der Abstimmung nur um den Gestaltungsplan gehe. Alles andere sei noch nicht definitiv geregelt. Der Wohnanteil werde aber über den geforderten 40 Prozent liegen: gemäss derzeitigem Planungsstand bei etwa 50 Prozent. Was den Mietermix angeht, versprach Labate mehrmals, dass alle Generationen vertreten sein würden: Alte ebenso wie Familien und alleinerziehende Mütter. Auch an eine Krippe habe man gedacht. Dank der optimalen Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr sei die Siedlung für alle Bevölkerungsschichten ideal. Das vorliegende Projekt sei wohl durchdacht und umsetzbar. Ein Stück Glattal-Stadt Wyss pflichtete Labate bei und gab zu bedenken, dass es nicht um einen Bau mitten in Dübendorf gehe. «Hier handelt es sich eher um ein Projekt des Glattals als um ein Projekt Dübendorfs.» Die Überbauung passe in die sich dynamisch entwickelnde Zone entlang der Glattalbahn. In der weiteren Diskussion ging es um die Baudichte, die Zahl der Parkplätze, den Erholungsraum, um fehlende Schulen und die nicht besonders heimelige Atmosphäre in der Grossüberbauung. Dabei wurde bald einmal klar: Die Gegner des Projekts trauen den Versprechungen Labates nicht. Maier: «Wir stimmen nur über den Gestaltungsplan ab &endash von einer Krippe, einem Wohnanteil von 50 Prozent und allen anderen Versprechungen Labates steht dort nichts.» In diesen Gebäuden sollen Wohnungen, Büros und Gewerberäume Platz finden. Foto: PD

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