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Ein Krippenbetrieb will umsichtig geplant sein

In Oberweningen erhält die Kinderkrippe Hosechnöpf vorerst keine Bewilligung. Besser dran ist die Konkurrenz gleich nebenan.

Von Andreas Frei Oberweningen/Schöfflisdorf &endash Manuela Rezzonico ist frustriert. «Es geht hier um meine Existenz», klagt die 29-Jährige. Die Oberweninger Feuerpolizei hat ihre fertig eingerichtete Kinderkrippe Hosechnöpf kontrolliert, aber nicht bewilligt. Rezzonico muss das dreistöckige Wohnhaus nachbessern. Für die Krippeninhaberin ein Tiefschlag. Sie muss die Eröffnung verschieben und etliche Eltern vertrösten, da sie nicht sagen kann, wann es nun losgeht. Die Miete für das Haus finanziert sie derweil mit einem Nebenjob. André Woodtli, Chef des kantonalen Amts für Jugend und Berufsberatung, verteidigt die strengen Vorgaben für neue Kinderkrippen. «Wer die Verantwortung für die Leitung einer Kinderkrippe übernimmt, muss auch bereit sein, die Richtlinien einzuhalten.» Besser als Rezzonico geht es Chantal Tschanz. In Schöfflisdorf, keine 400 Meter neben der noch kinderlosen Krippe Hosechnöpf, betreibt ihr Verein Kinderstube Wehntal seit über fünf Jahren eine Spielgruppe, einen Mittagstisch und eine Krabbelgruppe. Tschanz brauchte für ihr Angebot bisher keine Bewilligung, wie das Jugendsekretariat Dielsdorf bestätigt. Sie hat ihr Angebot langsam aufgebaut. Über die Jahre kamen immer mehr Kinder in die Spielgruppe. Und viele dieser «Stammkunden» gehen mittlerweile in die Schule. Das Bedürfnis der Eltern für intensivere Betreuung wurde grösser. Bundesgelder abholen Jetzt arbeitet der Verein an der Umwandlung zur bewilligungspflichtigen Krippe. Dazu wurden auch Bundesgelder angefordert. «Damit wird in der ersten Phase die Zahl der Plätze garantiert», sagt Tschanz. So erhält sie Geld, auch wenn die Krippe nicht vom ersten Tag an komplett gefüllt ist, und kann Personal und Kosten budgetieren. Durch den Kontakt mit dem Jugendsekretariat kennt sie auch alle Auflagen, die erfüllt werden müssen. «Ich habe meine Hausaufgaben gemacht», meint die Krippenchefin. Im Zentrum von Schöfflisdorf hat sie in einem Wohn- und Gewerbehaus mehrere Wohnungen gemietet. Eine bewohnt die 37-Jährige mit ihren Kindern, eine wird zur Krippe und eine zum Hort für Schulkinder. Tschanz wird die Betreuung der Kinderstube Wehntal dann von 200 auf 750 Stellenprozente aufstocken. Dank der langen Vorbereitung plagen sie dabei kaum Existenzängste. Tschanz nahm einst mit Manuela Rezzonico Kontakt auf, um eine Zusammenarbeit zu prüfen. «Frau Rezzonico wollte sich aber auf ihre Krippe konzentrieren und dort erst einmal ihren Traum verwirklichen.» Ob es in Oberweningen und Schöfflisdorf eine genügend grosse Nachfrage für zwei Krippen hat, weiss Tschanz nicht. Dank der Spielgruppe und der Finanzspritze des Bundes kann sie aber zunächst gelassen in die Zukunft blicken.

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