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Ein Programm für die Zahlen

In der Zürcher Tonhalle gibts in der kommenden Saison viel Populäres zu hören. Und einen neuen professionellen Chor.

Von Susanne Kübler Bisher sei man, weil Chefdirigent David Zinman im Sommer jeweils beim Festival in Aspen beschäftigt war, «oft so ein bisschen in die Saison gestolpert», sagte Tonhalle-Intendant Elmar Weingarten an der gestrigen Pressekonferenz. Jetzt hat Zinman in Aspen aufgehört, weshalb er nicht nur bei den Festspielen zur Verfügung steht, sondern eben auch die Saison würdig eröffnen kann – mit der Pianistin Maria João Pires, mit Mozart und Beethoven und einem neuen Werk des Schweden Anders Hillborg. Ansonsten wurden die Neue und auch die nicht mehr ganz neue Musik «sehr sorgfältig dosiert» (Weingarten). Das fällt insbesondere bei den Konzerten am Samstag und Sonntag auf: In der laufenden Saison sind sie oft mutig oder fantasievoll programmiert, nächstes Jahr setzt man vorwiegend auf Beethoven, Mahler, Schubert & Co. Die Zahlen müssen stimmen, und es braucht wenig, bis sie nicht mehr stimmen: Das mochte man als Quintessenz aus der gestrigen Präsentation herauslesen. Die Berliner kommen Auch bei den Interpreten setzt man deshalb auf bewährte Namen. Bei den Dirigenten dominieren – neben Zinman, der 39 von 102 Konzerten leitet – Altmeister wie Haitink, Masur, Blomstedt, Dutoit. Bei den Solisten trifft man von der Geigerin Julia Fischer bis zum Pianisten Murray Perahia ebenfalls viele gute Bekannte, dazu zahlreiche orchestereigene Musiker. Hochkarätiger Courant normal ist also zu erwarten, aber nicht allzu viel frischer Wind. Immerhin, es gibt immer wieder Glanztermine, darunter ein Gastspiel der Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle. Es gibt den Pianisten Martin Helmchen, der als Artist-in-Residence Schwerpunkte setzen wird. Und die Kammermusikreihen bieten mit historischem Fokus auf das Wien Schuberts und Beethovens respektive auf das Leipziger Konservatorium im 19. Jahrhundert abwechslungsreiche Einblicke in bewegte Szenen. Und dann ist vor allem die Gründung eines neuen Chors zu vermelden: Nachdem Fritz Näfs Schweizer Kammerchor aus finanziellen Gründen aufgeben musste, gibts nun neu die von Tim Brown geleitete Zürcher Sing-Akademie. 32 Sängerinnen und Sänger gehören dazu, 24 wurden vom Schweizer Kammerchor übernommen, und alle stammen aus dem Grossraum Zürich – womit Reise- und Hotelkosten vermieden werden. Hinter dem Projekt steht eine Stiftung, finanziert wird es von Einzelpersonen. Das Ziel sei allerdings eine breitere Basis, zumindest in der Region, hiess es gestern. Gespräche mit dem Zürcher Kammerorchester und dem Musikkollegium Winterthur seien im Gang. www.tonhalle-orchester.ch

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