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Ein reumütiger Tankstellenräuber

Nach einem Geständnis im Aargauer Lokalsender Tele M1 kommt ein fleissiger Zürcher Tankstellenräuber mit einem blauen Auge davon.

Der heute 25-jährige Schweizer albanischer Abstammung trieb im Frühling 2008 sein Unwesen. In nur zwei Monaten überfiel der skrupellose Ladenräuber nicht weniger als fünf Tankstellen und erbeutete insgesamt 20 000 Franken. Der Täter trat jeweils maskiert auf und bedrohte das Personal mit einem gefährlichen Küchenmesser. In aargauischen Würenlingen schlug er am 29. Mai sowie am 17. Juni gleich zweimal in derselben Coop-Tankstelle an der Industriestrasse zu.

Den grössten Coup landete der Angeklagte am 24. Juni in Dällikon, wo er eine Tamoil-Tankstelle plünderte. Dabei erbeutete er nicht nur über 2000 Franken aus der Kasse, sondern liess das Personal zusätzlich einen Tresor öffnen, was ihm nochmals 3000 Franken einbrachte. Zwei weitere Überfälle verübte er in der Stadt Zürich. Allerdings brachten ihm die Geldbeträge nicht viel Glück. Der Täter wurde am 3. Juli 2008 festgenommen und verbrachte danach sieben Wochen in Untersuchungshaft.

Angeklagter zeigte Bedauern

Schon in der Untersuchung legte er ein volles Geständnis ab. Nach der Haftentlassung demonstrierte er sogar echte Reue, indem er mit den Opfern Kontakt aufnahm und sich bei ihnen entschuldigte. Zudem stellte sich der Zürcher dem Aargauer Lokalsender Tele M1 für einen Bericht zur Verfügung. Auch dort zeigte der Angeklagte sein Bedauern und bezeichnete vor laufender Kamera seine Vergehen als grossen Fehler. Bei der Staatsanwältin verfehlte diese Entschuldigung ihre Wirkung. Sie verlangte wegen mehrfachen Raubes und mehrfachen Betrugs eine hohe, unbedingte Freiheitsstrafe von 42 Monaten.

Bereits im Januar hatte der Angeklagte vor dem Bezirksgericht Zürich viel Glück. Es ging von einem mittelschweren Verschulden aus und setzte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 36 Monaten sowie 1000 Franken Busse fest. Zwölf Monate davon unbedingt, womit die Verbüssung der Sanktion auch in Halbgefangenschaft möglich wäre. 24 Monate wurden auf Bewährung ausgesetzt, bei einer Probezeit von drei Jahren.

Die Parteien gingen in Berufung. Weshalb der Fall am Donnerstag das Zürcher Obergericht beschäftigen sollte. Doch daraus wurde nichts. Wie die Kanzlei kurz vor der Verhandlung mitteilte, hatten alle Parteien das erste Urteil doch noch akzeptiert. Womit der milde Entscheid am Donnerstag in Rechtskraft erwuchs.

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