Eine blühende Stadt

288 Millionen Franken Gewinn hat die Stadt Zürich letztes Jahr gemacht, so viel wie seit Menschengedenken nicht.

Geldsegen für Zürich: Die Stadt präsentiert die Rechnung 2016 mit einem Plus von 288 Millionen Franken.

Geldsegen für Zürich: Die Stadt präsentiert die Rechnung 2016 mit einem Plus von 288 Millionen Franken. Bild: Keystone

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Die Überraschung über den Gewinn ist gross, hat doch der Stadtrat für 2016 ein Defizit von 22 Millionen Franken budgetiert. Die Überraschung ist noch grösser, wenn man die Erwartungen im Finanzplan vor fünf Jahren betrachtet: 487 Millionen Franken Defizit. Kann der Stadtrat nicht rechnen oder hat er so titanisch gespart?

Weder noch. Einerseits sieht die langfristige Finanzplanung immer schlechter aus als die tatsächlichen Rechnungsergebnisse, weil sie alle möglichen Ausgaben enthalten – auch jene, die dann nicht ausgeführt werden. Anderseits bewegen sich die bisher eingeleiteten Sparmassnahmen in der Verwaltung im tiefen zweistelligen Millionenbereich.

Das Rekordergebnis von 288 Millionen Franken Überschuss rührt zur Hauptsache von einmaligen Ereignissen her: Flughafenaktien, unbesetzte Stellen, verzögerte Projekte und vor allem ein Steuerfluss wie die Limmat bei Hochwasser. Rund 200 Millionen Franken mehr haben die Einwohner und die Firmen 2016 einbezahlt im Vergleich zum Vorjahr.

Das zeigt, wie attraktiv die Stadt Zürich für alle ist, für Einwohner und Unternehmen. An der Lage allein liegts nicht, denn noch vor 20, 30 Jahren flohen alle aufs Land, die es sich leisten konnten. Es sind eben auch die seither investierten Güter, die Zürich so attraktiv machen: Plätze, Pärke, Freiräume, verbesserte Luft, beruhigte Quartiere, die Qualität der Bauten und vieles mehr.

Der Schluss, den die Bürgerlichen aus dem grossen Gewinn ziehen – Steuersenkung – ist deshalb kurzsichtig. Vielmehr soll die Stadt weiterhin in ihre Attraktivität investieren können. Und dafür braucht sie Geld. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.03.2017, 13:50 Uhr

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