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Eine Frau, die mit Teamgeist ihr Dorf lenkt

Erst in 25 von 171 Gemeinden gibt es Gemeindepräsidentinnen. Eine davon ist Annemarie Beglinger in Mönchaltorf. Sie schätzt ihr Amt, weil sie das Dorfleben mitgestalten kann.

Mönchaltorf. - Heute Freitag feiert der Verband der Gemeindepräsidenten des Kantons in Uster sein 100-jähriges Bestehen. Für Annemarie Beglinger (FDP), die seit drei Jahren als Gemeindepräsidentin in Mönchaltorf amtet, ist der Verband ein unverzichtbarer Partner. «Bei Vernehmlassungen zu kantonalen Gesetzesvorlagen entlastet der Verband die Verwaltung unserer Gemeinde enorm», sagt die 50-jährige Politikerin. «Wir können zum Beispiel keine Juristen engagieren.» Sehr wichtig ist ihr auch der Austausch mit anderen Gemeindepräsidenten. «Das ist ein gutes Mittel gegen Vereinsamung, die es in diesem Amt bisweilen auch geben kann.»

Respektiert ist Beglinger auch im Gemeinderat und in der Bevölkerung. Nach anfänglichen Turbulenzen ist das Gremium mit fünf Männern und zwei Frauen ein Team geworden, das am gleichen Strick zieht. «Ich bin stets für Sachlichkeit eingetreten, das ist mir gut gelungen.»

Die Arbeit für die Gemeinde beansprucht die engagierte Frau zu 50 Prozent. Der Donnerstag ist ihr fixer Gemeindetag. Termine mit dem Personal, mit Gemeinderatskollegen. Dazu kommen Abendsitzungen und Aktenstudium zu Hause. Und Annemarie Beglinger repräsentiert gerne, kann aber bei 49 Vereinen im Dorf nicht an jedem Anlass teilnehmen. Das Gemeindepräsidium wird in Mönchaltorf mit jährlich 35 000 Franken entschädigt.

Beruflich unterrichtet sie als Berufsschullehrerin Erwachsene in Zürich, mit einem halben Pensum. «Ich finde es wichtig, dass ich als Gemeindepräsidentin am Wirtschaftsleben teilhabe und nicht der verlängerte Arm der Verwaltung bin.» Mönchaltorfs Gemeindepräsidentin ist eine lebhafte Zeitgenossin mit dunklen wachen Augen. Ins rote Gemeindehaus fährt sie meist mit dem Velo. Ihre Aufgabe füllt sie aus, macht ihr sichtlich Freude.

2002 war sie als Parteilose in den Gemeinderat gewählt worden. 2004 trat sie der FDP bei, «um Farbe zu bekennen», wie sie sagt. Vier Jahre später, bei der Wiederwahl, holte sie am meisten Stimmen und wurde als einzige Kandidatin auch Gemeindepräsidentin. Im nächsten Frühling will sie erneut kandidieren. Die Vorsteherin der 3500 Einwohner zählenden Gemeinde wirkt ruhig und ausgeglichen, kann sich aber auch kämpferisch geben, wenns nötig ist. Die Mutter von drei erwachsenen Töchtern ist entschieden der Meinung, dass sie und der Gemeinderat im Dorf etwas bewirken können. «Wir haben in den vergangenen vier Jahren kluge Entscheide gefällt.» Als Beispiel nennt sie den Kauf von Land, das der Stadt Zürich gehörte. Die Gemeindeversammlung gab dem Gemeinderat auch die Kompetenz, das Land zu verkaufen. «Das ist doch ein Vertrauensbeweis.» Annemarie Beglinger weiss auch, wohin sich Mönchaltorf entwickeln soll: «Wir wollen ländlich bleiben, gut vernetzt mit den Städten.» Und ihre Gemeinde soll eigenständig bleiben. Für die künftigen Aufgaben will sie mit ihrem Gremium Lösungen finden. Die Politikerin, die mit ihrem Mann seit 23 Jahren in Mönchaltorf wohnt, ist eine Frau mit Bodenhaftung. «Ich will die Einwohner spüren und versuche, meine Arbeit stets so zu machen, dass ich den Leuten jederzeit in die Augen schauen kann.»

Annemarie Beglinger setzt sich seit 2006 als Gemeindepräsidentin für ihr ländliches Dorf Mönchaltorf ein.

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