Zum Hauptinhalt springen

Eine fröhliche neue 1.-August-Tradition mit ernstem Hintergrund

Die Tamilin Himaa aus Stäfa hat ihre letztjährige Aktion noch getoppt: Viele Monate hat sie sich vorbereitet, um der Schweiz auf eine ganz besondere Art zu danken.

Von Simona Triet Stäfa – Über 13 000 PET-Flaschen-Deckel hat Himaa Dilukshi Pala Mohan in den letzten acht Monaten gesammelt. Immer mit dem Ziel vor Augen, daraus ein Kunstwerk entstehen zu lassen, mit dem sich die 17-jährige Tamilin und ihre Familie am 1. August bei der Schweiz bedanken können. Denn vor bald drei Jahren fand die fünfköpfige Familie, die ihre Heimat verlassen musste, hier Zuflucht. Himaas Vater, Kalimuth Pala Mohan, hatte als Journalist kritisch über den Bürgerkrieg in Sri Lanka geschrieben. Zur Strafe sei er von politischen Gegnern mit Säure übergossen worden, erzählt Himaa. Die Schmerzen, die ihn bis heute quälen, machen es ihm unmöglich, zu arbeiten. In der Schweiz fand die Familie nicht nur ein neues Zuhause, sie bekommt auch finanzielle Unterstützung. Monatelange Fleissarbeit In der Stäfner Wohnung der tamilischen Flüchtlingsfamilie stehen viele Säcke, randvoll mit kleinen Plastikschraubverschlüssen. Schon im Winter sei sie jeden Tag nach der Schule zur PET-Sammelstelle gegangen und habe die Deckel von den Flaschen geschraubt, erzählt Himaa Dilukshi nicht ohne Stolz. Die roten und weissen Deckel hat die 17-Jährige zusammen mit ihren Brüdern Kapil Divakar und Krishan Sampath auf grossen Styroporplatten zu einem Schweizer Kreuz angeordnet und angeklebt. Insgesamt 8712 Stück. «Genau so viele wie die Postleitzahl von Stäfa», sagt die junge Tamilin mit leuchtenden Augen. Die acht Platten möchte sie zu zwei grossen Würfeln zusammenfügen. Diese sollen am 1. August ab 7 Uhr im Hafen von Stäfa auf dem Wasser treiben. Unterstützung erhält sie bei diesem Vorhaben von der Gemeinde und der Polizei, welche die Dankesaktion bewilligten. Schon letztes Jahr bedankte sich Himaa Dilukshi auf ähnliche Art. Die fünfköpfige Familie liess damals eine selbst gebastelte Schweizer Flagge, bestehend aus 1180 bemalten PET-Flaschen, auf dem Zürichsee schwimmen. Nächste Überraschung folgt Auch im nächsten Jahr möchte Himaa Dilukshi mit einem ähnlichen Projekt ihre Dankbarkeit gegenüber der Schweiz ausdrücken. Was es genau sein wird, will sie allerdings noch nicht verraten. «Es soll eine Überraschung werden», sagt sie geheimnisvoll. Die junge Tamilin möchte, dass alle wissen, wie gerne sie und ihre Familie in diesem Land seien, sagt sie aus tiefster Überzeugung. «Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir hier sein dürfen.» Die Schweiz sei ihre neue Heimat, und sie wolle nie mehr von hier weg. Und dann verdrängt ein anderer Gedanke ihren Ernst: Ausserdem sei das Basteln für sie zu einem Hobby geworden, gibt sie zu und lacht. Himaa Dilukshi (links) und ihre Familie präsentieren die fast fertige Schweizer Fahne in 3-D . Foto: Michael Trost

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch