Zum Hauptinhalt springen

Eine Küsnachterin piekst kranke Igel

Die Tierärztin Annekäthi Frei arbeitet im Igelzentrum Zürich. Im Herbst hat sie viel zu tun. Sie hilft mit Rat, Katzenfutter und Spritzen.

Küsnacht - In diesen Tagen hat die Tierärztin Annekäthi Frei besonders viel zu tun. Zur Sprechstundenzeit klingelt das Telefon im Igelzentrum Zürich ununterbrochen. «Da die Igel ihre letzten Vorbereitungen für den Winterschlaf treffen, sind sie wieder vermehrt aktiv», erklärt die Küsnachterin. Deshalb sind sie im Herbst häufiger zu sehen, was wiederum dazu führt, dass sich mehr Menschen mit ihren Fragen an die Beratungsstelle wenden. Oft bringen die Leute kranke oder verletzte Tiere auch zur Aufnahmestelle, wo diese gepflegt und wieder aufgepäppelt werden.

«Wenn ein Igel nicht recht frisst, dann ist er meistens krank», erklärt Frei. Im kleinen Raum mit den acht Ställen steht daher ein Behandlungstisch; ein Mikroskop, Medikamente und Spritzen stehen zu Verfügung sowie ein Vorrat an Katzenfutter. «Das tut es für eine kurze Zeit auch», erklärt die Tierärztin, «schliesslich können wir nicht auch noch Insekten fangen.» Wenn die Patienten gesund und stark genug für den Winterschlaf sind, werden sie von den Findern abgeholt und an der Fundstelle wieder ausgesetzt. Haben die Tiere eindeutig keine Überlebenschance in der Freiheit, müssen sie jedoch eingeschläfert werden.

Igel bekommen Kinderbesuch

Die Pflege der kranken Tiere sei jedoch nicht das Hauptanliegen des Igelzentrums, betont Annekäthi Frei. Da einer Wildtierart nur nachhaltig geholfen werden kann, indem man ihren Lebensraum schützt, stehen für den Verein Beratung, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit im Vordergrund. Regelmässig finden Vorträge und Führungen für Schulklassen statt. Bei diesen Gelegenheiten stehen die Igeli im Mittelpunkt. «Vermutlich vergessen die Kleinen vieles, was wir erzählen, nach kurzer Zeit wieder», sagt die Küsnachter Tierärztin. «Uns ist aber wichtig, sie generell für den Tierschutz zu sensibilisieren.»

Oft wollen die Kinder dann auch gleich etwas bewirken, versuchen etwa die Eltern dazu zu bringen, den Laubhaufen im Garten als Unterschlupf liegen zu lassen oder eine kleine Rettungsleiter im Schwimmbad einzubauen. Sogar Informationsstände an Dorfmärkten hätten Kinder nach dem Besuch im Igelzentrum aufgestellt oder Zettel im Quartier aufgehängt, erzählt Frei.

Ein besonders angenehmer Effekt dieser Tierschutzaktionen im Kleinen: «Was dem Igel hilft, ist auch für andere Tiere gut.» So sei bei der Gründung des Vereins vor elf Jahren der Igel als besonderer Sympathieträger bewusst zum Aushängeschild erkoren worden. Eigentlich geht es dem Verein aber ganz allgemein um den Schutz von Wildtieren im Siedlungsraum.

In der Stube verfetten die Tiere

«Es ist wichtig, die Leute aufzuklären, da so viel Falsches aus Unwissen gemacht wird», sagt Frei. Es gebe zum Beispiel immer wieder Leute, die dem Igel einen warmen Ort für den Winter bieten wollten und ihn im Haus den ganzen Winter lang durchfüttern würden. Der Igel verfette dabei, was für ihn genauso ungesund sei wie für alle andern Lebewesen auch. Melanie Keim

Infos: Igelzentrum Zürich, Hochstrasse 13, Zürich. www.izz.chTag der offenen Tür, 7. November, 10-14 h Annekäthi Frei macht Igel fit für den Winterschlaf. Foto: Daniel Kellenberger

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch