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Eine Lektion für die Schweizer Neulinge

Das Experiment Simpsons erlitt beim 2:6 bereits im ersten Test gegen Kanada einen herben Dämpfer.

Von Silvan Schweizer, Kloten Die letzten Erinnerungen an die stolzen Kanadier hätten schöner nicht sein können: Im Februar zwangen die Schweizer die scheinbar übermächtige NHL-Auswahl bis ins Penaltyschiessen – an deren Olympia-Heimturnier wohlgemerkt. Und an der WM in Deutschland überraschte das Team in Sean Simpsons ersten Wochen als Trainer mit einem 4:1-Erfolg. Doch der gestrige Saisonauftakt des Nationalteams hatte mit diesen Höhepunkten höchstens noch die Hymnen gemein. Erstens wurden die Schweizer in Kloten von NLA-Kanadiern gefordert, von denen keiner an diesen Grossanlässen des Frühjahrs dabei gewesen war. Sie selbst traten mit einem Team an, das noch sieben Spieler mit einer solchen Erfahrung dabei hatte. Und zweitens konnte die Schweiz nicht mehr auftrumpfen wie in jenen Partien – im Gegenteil. 2:6 unterlag sie, was die höchste Niederlage seit dem Skoda-Cup 2004 bedeutete. Die «Future week», wie sie Simpson ankündigte, erlitt also gleich zu Beginn einen Dämpfer. Die Schweizer mit einem Altersdurchschnitt von 23 wurden von den routinierten Kanadiern ohne grosse Show überlistet. Es fehlte ihnen nicht am Tempo, sondern an der Sicherheit im Spiel und Abgebrühtheit vor dem Tor. Sie erspielten sich vor allem im Startdrittel genug Chancen, scheiterten aber selbst nach Sololäufen. Auf der anderen Seite traf Heins mit einem trockenen Schuss (17.). Wenig Übersicht in Überzahl Den Schweizern war anzusehen, dass sie erst zweimal gemeinsam trainiert hatten. Es bekundete ihnen besonders Mühe, wenn nicht mit Vollbestand gespielt wurde. Weder das routinierte Klotener Duo von Gunten/Du Bois noch die Variante mit Verteidiger Diaz und Stürmer Brunner hatten in Überzahl an der blauen Linie die nötige Übersicht und Ruhe, um sich oder die Teamkollegen in Position zu bringen. Im Gegensatz zum Gegner, der sich bei seiner ersten Gelegenheit nach Spielhälfte locker zum 2:0 durch Kariya kombinierte. Kurze Zeit später durften während eines Schweizer Powerplays gleich drei Kanadier zum Gegenangriff starten, Holden bedankte sich nach drei schnellen Pässen mit dem 3:0. Danach drohte gar ein Debakel, weil die Nordamerikaner munter weiterstürmten – 4:0, 5:0, beim 6:0 lenkte Verteidiger Lüthi den Puck auch noch unglücklich ins eigene Netz. Immerhin reagierte Simpsons Team mit den wenigen Lichtblicken, und dafür waren zwei Debütanten zuständig: Bodenmann, der für Kloten zuvor schon sieben Mal in den letzten drei Meisterschaftspartien getroffen hatte, war mit einem schönen Handgelenkschuss erfolgreich. Und Schnyders Treffer fünf Minuten vor Schluss machte die Niederlage nicht mehr ganz so schmerzhaft. Zuvor schon hatte Goalie Conz in den ersten 30 Minuten Kostproben seines Talents gezeigt. Der Jurassier musste nur den ersten Gegentreffer hinnehmen, war vor allem bei Querpässen rasch zur Stelle. Mit 19 Jahren, einem Monat und 29 Tagen wurde er gestern zum jüngsten Schweizer Nationalgoalie aller Zeiten und verdrängte damit Tobias Stephan, der bei seiner Premiere 2003 zwei Wochen älter gewesen war. Schweiz - Team Canada 2:6 (0:1, 0:3, 2:2) Kolping-Arena. – 4912 Zuschauer. - SR Mandioni/Stricker, Fluri/ Kaderli. – Tore: 16. Heins (Cory Murphy) 0:1. 30. Kariya (Aubin, Holden/Ausschluss Romy) 0:2. 32. Holden (Aubin, DuPont/ Ausschluss Landry!) 0:3. 38. Bell (Lehoux, Landry) 0:4. 42. DuPont (Lehoux, Popovic/Ausschluss Tim Ramholt) 0:5. 44. Aubin (Ausschluss von Gunten) 0:6 (Eigentor Lüthi). 47. Bodenmann (Ramholt) 1:6. 55. Schnyder (Bieber, Brunner/Ausschluss Lehoux) 2:6. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 4-mal 2 gegen Team Canada. Schweiz: Conz (29. Genoni); Diaz, Ramholt; Lüthi, Grossmann; von Gunten, Du Bois; Geering, Blum; Sprunger, Bykow, Bieber; Berger, Romy, Suri; Schnyder, Bodenmann, Brunner; Lötscher, Froidevaux, D. Wieser. Kanada: Zaba (30. Cloutier); Cory Murphy, Heins; Westcott, Kwiatkowski; DuPont, Popovic; Curtis Murphy, Bell; Kariya, Holden, Aubin; Vigier, Pittis, McLean; Lehoux, Landry, Bell; Brooks, Iggulden, Down. Bem.: Pfostenschüsse: Grossmann (13.); Bell (14.). Deutschland-Cup In München Schweiz - SlowakeiFr, 16.15 Schweiz - KanadaSa, 19.30 Deutschland - SchweizSo, 20.15 Der Torschütze des ersten Schweizer Tores: Klotens Simon Bodenmann. Foto: EQ

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