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Eine Tösstaler Abstimmung, die keine ist

Die Alters- und Pflegeheime Tösstal stehen am Scheideweg. Vier Gemeinden müssen eine Entscheidung fällen, bei der sie faktisch kaum eine Wahl haben.

Rikon - Im September gilt es für die Bürger von Wila, Turbenthal, Wildberg und Zell zu entscheiden, ob das Altersheim Lindehus in Turbenthal geschlossen und stattdessen in Rikon das Heim Im Spiegel zu einem zentralen Standort ausgebaut wird. Der bisherige Zweckverband soll zudem in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft umgewandelt und das Heim künftig privat geführt werden. Bereits Monate vor der Abstimmung haben sich Fronten gebildet: Die Heimkommission der Altersheime Tösstal und die Gemeinderäte der beteiligten Gemeinde sind Urheber und Befürworter der neuen Strategie. Sie stehen einer skeptischen Bevölkerung und der Gruppe Pro Lindehus gegenüber, die sich für einen Fortbestand des Heimes in Turbenthal einsetzt.

«Eine sehr gute Lösung»

Pikant ist das Geständnis der Initianten, dass die Bevölkerung trotz ihrer Bedenken faktisch kaum eine Wahl habe. «Würde die Vorlage abgelehnt, stünden wir vor einem Scherbenhaufen», gibt Martin Lüdin (FDP) zu bedenken. Der Gemeinderat von Zell und Mitglied der Heimkommission appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung: «Beide Heime sind stark renovationsbedürftig. Wir sprechen von einem Investitionsbedarf von rund 26 Millionen Franken. Das können wir uns schlicht nicht leisten.» Die Sachlage sei im Grunde genommen simpel, sind sich die Vertreter der Gemeinden einig: Das Lindehus geht zu - so oder so. Für eine Weiterführung sei das Gebäude zu baufällig und entspreche nicht mehr den heutigen Vorschriften und Bedürfnissen. Dass die Schliessung bei der Bevölkerung Emotionen auslöse, sei allen bewusst. Umso mehr möchten die Verantwortlichen nun transparent kommunizieren. Sämtliche Unterlagen und ein ausführliches Frage- und Antwortdokument sind bei den Gemeinden einsehbar. Monika Kradolfer, parteilose Gemeindepräsidentin von Wila, betont: «Wir stehen zu 100 Prozent hinter der Vorlage.» Nicht nur sei der Standort im Tösstal für Senioren sehr attraktiv, auch die private Führung durch die Firma Senevita werde eine verbesserte Organisationsstruktur bringen.

Man wolle auf die Kritiker nun offen zugehen und sämtliche Zweifel aus dem Weg räumen. «Wir sind zuversichtlich, dass die rationalen Argumente gegen die Emotionen gewinnen werden», sagt Lüdin.

Eine nächste Gelegenheit, die Bevölkerung für die Vorlage zu gewinnen, gibt es bereits in den kommenden Wochen: An den vorberatenden Gemeindeversammlungen werden sich die Stimmbürger mit der Vorlage befassen.

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