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Eine Werkstatt fürs Bergwerk

Für 1,5 Millionen Franken will der Bergwerkverein in Käpfnach ein Betriebs- und Werkstattgebäude bauen. Ohne Neubau stehe die Zukunft des Besucherbergwerks auf dem Spiel, warnen die Initianten.

Von Arthur Schäppi Horgen – 10 000 Leute rattern jede Saison im Schlepptau einer kleinen Lokomotive durch den Zufahrtsstollen ins Besucherbergwerk Käpfnach in Horgen. Die erlebnisreiche Fahrt mit Zwischenhalten führt die Gäste dorthin, wo einst in Krisenzeiten Kumpel unter enormen Strapazen Kohle und Zementmergel gefördert hatten. Hart gearbeitet wird im und um das längst stillgelegte Bergwerk auch heute noch: von Freiwilligen des Bergwerkvereins, die in aufwendiger Arbeit die Gleise und Lokomotiven in Schuss halten und für den Stollenunterhalt und damit für die Sicherheit der Besucher sorgen. Das Besucherbergwerk wurde zwar seit der Eröffnung im Jahr 1985 laufend ausgebaut. Die freiwilligen Mitarbeiter müssen aber immer noch beim Eingang zum Rotwegstollen mit behelfsmässigen Infrastrukturen und einer baufälligen Baracke aus der Anfangszeit und ohne sanitäre Anlagen auskommen. Damit soll nun Schluss sein. Am 4. Dezember 2012, am Barbaratag, will der Bergwerkverein etwas unterhalb der baufälligen Magazinbaracke ein neues, 1,5 Millionen Franken teures Betriebsgebäude einweihen. «Wir stehen vor der grössten Herausforderung seit der Vereinsgründung von 1982», betonte Vereinspräsident Werner Klaus gestern bei der Präsentation des Projekts. Baukommissionspräsident Roland Wächter warnte gar, dass ohne ein Betriebsgebäude mit zeitgemässem Komfort längerfristig die Existenz des Besucherbergwerks auf dem Spiel stehe: «Wir finden schon heute kaum mehr Leute, die unter den unhaltbaren Bedingungen noch Fronarbeit leisten wollen.» Immerhin: Die Zustimmung des Bergwerkvereins zum Neubau liegt seit 2008 vor, eine Baubewilligung seit 2009. Und für nachträglich vorgenommene Projektänderungen soll demnächst das Baugesuch nachgereicht werden. Es fehlt nur noch das Geld Gegenüber dem ursprünglichen Kostenvoranschlag rechnet das aktuelle Budget mit rund 320 000 Franken Mehrkosten. Und zwar wegen einer unliebsamen Überraschung: Abklärungen hatten nachträglich ergeben, dass der wegen des Schienenanschlusses des Betriebsgebäudes vorgegebene Standort des Neubaus über einer Schutthalde des einstigen Bergwerkbetriebs liege. Und damit auf Altlasten, die entsorgt werden müssen. Was dem Bergwerkverein noch fehlt, ist Geld. Er will zwar in den letzten Jahren angesparte Eintrittsgelder von 400000 Franken einschiessen und darüber hinaus Eigenleistungen für weitere 76 000 Franken erbringen. Den erheblichen Restbetrag von über einer Million Franken aber müssen und wollen die Initianten mit Spenden von Privaten, Firmen, Institutionen und mit Beiträgen der öffentlichen Hand decken. Deshalb wird in diesen Tagen eine breit angelegte Geldbeschaffungskampagne gestartet. Der zweigeschossige Betonzweckbau, geplant vom Architekten und früheren Richterswiler Gemeindepräsidenten Ruedi Hatt, wird etwas unterhalb des heutigen Holzschuppens in den Hang gebaut. Beherbergen soll er Räumlichkeiten, die für Mitarbeiter und Besucher und für einen zukunftsgerichteten Betrieb unabdingbar geworden seien. Herzstück ist eine moderne Werkstatt im Erdgeschoss mit einer Krananlage für die Lokomotiven und mit Anschluss ans Schienennetz des Stollens. Durch einen Aufzugsschacht und ein Schottersilo sind Werkstatt und Gleise direkt mit dem oberirdischen Warenumschlagplatz nahe der Seestrasse verbunden. Das vereinfacht den bislang hoch komplizierten Materialtransport aus und in den Stollen. Toiletten für das Personal Mit dem Neubau kommen Personal und Besucher auch zu sanitären Anlagen. Im Erdgeschoss gibt es für das Personal eine Garderobe mit Dusche und WC-Anlage, im Obergeschoss Besuchertoiletten. Bis es so weit ist, müssen Personal und Besucher noch mit einer einzigen Toilette auskommen – und die befindet sich am andern Ende des Besucherstollens: im Bergwerkmuseum an der Bergwerkstrasse. Der Bergwerkverein kann seine Versammlungen, Sitzungen und Schulungen in einem Mehrzwecksaal im Obergeschoss durchführen. Der Raum mit Aussenterrasse gegen den See soll auch von Besuchergruppen benützt werden. Küche, Büro und Archiv ergänzen das Raumprogramm im oberen Stock. Werner Klaus, Präsident des Bergwerkvereins, und Roland Wächter, Präsident der Baukommission, vor dem Stollen.Foto: Sabine Rock

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