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Eine Zwillingsshow der anderen Art

Das Publikum der Oberen Mühle in Dübendorf war das Versuchskaninchen der Gessler-Zwillinge. Das Programm «Friede, Freude, Eierkuchen» hat gefallen.

Von Fabienne Würth Dübendorf – Bei einem Try-out zeigen Künstler ihr neues Programm zum ersten Mal öffentlich vor Publikum und probieren aus – auf Englisch «try out» –, wie es ankommt. Das wagten die Gessler-Zwillinge – die beiden Ex-Acapickles Lotti Stäubli und Barbara Hutzenlaub – in der Oberen Mühle in Dübendorf. Jasmin Clamor steht hinter der Bühne; vor kurzem ging die Vorstellung zu Ende. Die kräftig grün geschminkten Augenlider erinnern an Lotti Stäubli. «Wir haben heute Abend darauf geachtet, ob der Bogen über das gesamte Programm stimmt, ob die Witze ankommen und wo wir noch feilen müssen», ergänzt Fritz Bisenz alias Barbara Hutzenlaub. Keine Versprecher Nach dem Try-out steht fest: «Im Grossen und Ganzen sind wir zufrieden, aber den einen oder anderen Feinschliff wirds noch geben», sagt Clamor, und Bisenz ergänzt: «Beispielsweise üben wir zurzeit zwei zusätzliche Lieder für das Stück ein.» Auf das Publikum wirkten die schillernden Zwillinge während der Vorstellung aber schon völlig routiniert: «Weil es ein Try-out ist, habe ich den einen oder anderen Versprecher oder Hänger erwartet, aber es lief alles glatt», sagt Nadine Benz aus Dübendorf in der Pause. Bewusst haben sich die beiden Gessler-Zwillinge übrigens für die Obere Mühle entschieden: «Einerseits bin ich vor kurzem aus der Stadt Zürich ins Zürcher Oberland gezogen», sagt Clamor und fügt schmunzelnd an: «Andererseits hatten es meine Verwandten für einmal nicht zu weit zu einer unserer Vorstellungen.» Denn Clamor ist in Weisslingen aufgewachsen. Zwischen den Lachern blieb dem Publikum wenig Zeit zum Atemholen. Immer wieder konnte das doppelte Maskottchen der Schweizer Showszene – wie sie sich selber nennen – Applaus ernten. Das ungleiche Geschwisterpaar lud sein Publikum auf einen Charity-Ball ein und zog von einem Konzert auf einem Stofftierschlagzeug bis hin zu einer Hip-Hop-Einlage all seine Register. Eine Reha mit 15 000 Franken Die Spenden, so liessen sie ihre Zuschauer wissen, sammelten sie etwa für «gebrochene Broker, um ihnen in der Reha zu zeigen, das auch ein Leben ohne Boni und mit 15 000 Franken im Monat möglich ist», wie Lotti Stäubli erklärte. Auch für Deutsche in der Schweiz – namentlich Barbara Hutzenlaub – rührten sie die Spendentrommel und stellen zugleich ihre Qualitäten als amtliche Friedensbotschafterinnen der Schweiz unter Beweis. Eins ist aber klar: «Auch wenn es in unserem Programm um das Sammeln von Spenden geht, nehmen wir nicht aktuelle Sammlungen wie etwa für Libyen oder Japan auf die Schippe», sagt Bisenz. Denn im Stück geht es vor allem darum, die verschiedenen Zusammenhänge in neuem Licht zu zeigen. Für Hanspeter Sarfeo aus Dübendorf stand nach der Vorstellung fest: «Ich weiss jetzt, wie Frauen ticken.» Seiner Partnerin gefiel der Witz der Show: «Ich habe die Zwillinge schon auf ihrer ersten Tour 2009 gesehen und finde, diese Show ist ebenso originell.» Premiere von «Friede, Freude, Eierkuchen» ist heute Donnerstag um 20 Uhr im Casinotheater Winterthur. Weitere Vorführungen in Winterthur am 22. und 23. April. Aufführung im Kreuz in Jona am 19. Mai und im Stadthofsaal Uster am 17. November.

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