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Eltern gegen Rauschtrinker

In Bubikon sorgten sich Eltern über den Alkohol-konsum ihrer Kinder. Ihr Projekt gegen Rauschtrinken wird nun fortgeführt.

Von Susanne Gutknecht Bubikon – Eine Gruppe von Bubiker Eltern geht der Alkoholkonsum ihrer schulpflichtigen Kinder zu weit. Im vergangenen Herbst wandten sie sich deshalb an Andrea Hottinger von der Elternmitwirkung an der Sekundarschule Bubikon-Wolfhausen. Hottinger initiierte daraufhin das Projekt «Kurzintervention Rauschtrinken». Dieses soll nun wegen der positiven Erfahrungen weitergeführt werden. «Unser Ziel ist, die Kurzintervention bereits in der zweiten Oberstufe durchzuführen», sagt Hottinger. Auch für die erste Oberstufe prüft man die Intervention, da nach neuesten Studien das durchschnittliche Alter, in dem Jugendliche zu trinken beginnen, mit 13 Jahren angegeben wird. «Bei den Bubiker Jugendlichen hatte sich die Haltung eingeschlichen, Trinken sei cool», sagt Hottinger. Es sei nicht mehr nur an versteckten Orten, sondern auch öffentlich Alkohol getrunken worden. Sie wollte für ihre Kurzintervention alle Stellen mit ins Boot holen: Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, Jugendkommission, Elternmitwirkung und Schule. Alle wollten mitmachen: «Wir haben offene Türen eingerannt», so Hottinger. Trinkmenge gesenkt Hottinger war aus ihrer Behördentätigkeit bekannt, dass die Suchtpräventionsstelle Zürcher Oberland über Fachwissen in Sachen Rauschtrinken verfügt und Projekte für Gemeinden seit 16 Jahren anbietet. Jedoch waren sich alle Involvierten einig, dass man die Jugendlichen noch vor Ende ihrer Schulzeit erreichen sollte. Innert kürzester Zeit gleiste das Projektteam deshalb einen Elternabend auf. In der Folge fanden zwei Schülerbefragungen statt. Wie Felix Hanselmann, Fachverantwortlicher der Suchtpräventionsstelle, sagt, gaben von 48 Jugendlichen 6 an, fünf- bis sechsmal pro Monat fünf Gläser zu trinken. Sie gehören für Hanselmann zur Hochrisikogruppe. Vier Jugendliche unterliegen einem erheblichen Risiko, trinken sie doch drei- bis viermal fünf Gläser. Nach Gesprächen mit den Jugendlichen erfolgte eine zweite Befragung. Hanselmann: «Wir stellen fest, dass die Jugendlichen ihren Alkoholkonsum einschränkten. Auch fand eine Enttabuisierung statt. Die Jugendlichen redeten vermehrt mit Freunden und Eltern über ihren Konsum. Das ist ein Erfolg.» Gesunder Umgang mit Alkohol Auch Hottinger wertet das Projektergebnis positiv: «Die Jugendlichen waren sich über die Auswirkungen des Trinkens nicht im Klaren. Dass sie sich gesundheitlich schaden, sogar bleibende Hirnschäden erleiden können, war ihnen nicht bewusst.» Dies sagt auch Nati Touré von der Mobilen Jugendarbeit (Mojuga). Die Jugendarbeiter versuchen im Gespräch mit den Jugendlichen, ihr Verhalten widerzuspiegeln. Wichtig sei, dass die Jugendlichen merkten, dass ihr Umfeld eine gemeinsame Haltung einnehme.

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