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Embrach verpasst die Überraschung

Die 4.-Liga-Volleyballer sind im Cup am NLB-Klub Servette Genf mit 0:3 gescheitert.

Die Euphorie war riesig, die Publicity ebenfalls. Auf einem aufwendigen Flyer warb die zweite Mannschaft des VBC Embrach für die mit Spannung erwartete Cup-Begegnung gegen den haushohen Favoriten Servette Star Onex. Passend dazu übten die Embracher Spieler via Fotomontage den Spartakusaufstand. «Mögen die Götter mit uns sein», hoffte der Aussenseiter auf den Beistand höherer Mächte.

Obwohl die Unterländer vier Ligen tiefer als ihre Westschweizer Gegner eingestuft sind, rechneten sie sich Chancen auf ein Weiterkommen aus. «Dass die Genfer 300 Kilometer durch die ganze Schweiz reisen müssen, könnte ein Vorteil für uns sein», sagte Passeur Gennaro Megliola voller Vorfreude. Er ist einer von fünf Spielern, die in der letzten Saison noch für den damaligen Erstligisten und späteren Aufsteiger Züri Unterland im Einsatz standen. Dank dieses spielerischen Fundaments marschierten die Embracher auch gegen höher klassierte Mannschaften problemlos in die 5. Cup-Runde.

Leidenschaftlich gewehrt

Dies hatte sich offenbar bis nach Genf herumgesprochen. Die Gäste machten jedenfalls keine Anstalten, die Viertligisten zu unterschätzen. Sie traten von Beginn an aggressiv auf und gewannen den ersten Durchgang deutlich mit 25:16. Die Embracher liessen sich davon allerdings nicht beeindrucken. Sie erkämpften sich im zweiten Satz eine 23:21-Führung und schnupperten am Ausgleich. Die Westschweizer erzielten aber vier Punkte in Folge und stellten damit die Weichen auf Sieg.

Der dritte Satz schien eine deutliche Angelegenheit für den Favoriten zu werden. Embrach wehrte sich aber nach Kräften und vereitelte sieben Matchbälle. Der Achte sass jedoch und bedeutete für die Hausherren das erwartete Cup-Aus. Analog zur Geschichte der Spartaner kämpften die Embracher leidenschaftlich, um sich letztlich doch dem übermächtigen Gegner geschlagen geben zu müssen. «Das Spiel hat uns gezeigt, dass wir immer noch auf hohem Niveau mithalten können», zog Coach und Captain Samuel Surber ein positives Fazit.

Trennung von Züri Unterland

Im Ligabetrieb ist das Niveau dagegen weniger hoch. Als neu gegründete Mannschaft musste Surbers Team in der 4. Liga beginnen. Dort dominieren die Unterländer bisher nach Belieben. Trotzdem bereut der Spielertrainer diesen Schritt nicht. «Bei mir und meinen Mitspielern haben sich die Prioritäten geändert», erklärt Surber. «Beruf, Ausbildung und Familie stehen mittlerweile im Vordergrund.» Daher sei der deutlich geringere Zeitaufwand in der Regionalliga ein entscheidender Vorteil. Es gibt aber noch einen weiteren, schwerwiegenden Grund für den freiwilligen sportlichen Abstieg der ehemaligen Züri-Unterland-Akteure. «Wir waren mit der Führung und der Art des Coachings von unserem damaligen Trainer Ernst Rüdisüli nicht mehr einverstanden», übt Surber deutliche Kritik. Dennoch sei die Trennung von Züri Unterland fair verlaufen. Die abwanderungswilligen Spieler haben Sportchef Patrick Eugster bereits im Februar früh über ihre Pläne informiert.

Der Blick der Embracher richtet sich mittlerweile aber nur noch nach vorne. «Wir möchten schnellstmöglich in die 2. Liga aufsteigen», formuliert Surber konkrete Ziele. In der aktuellen Spielklasse sei man deutlich unterfordert. Daher hätte sich der Captain einen Einstieg in eine höhere Liga gewünscht. Dies ist in der Schweiz aber anders als beispielsweise in Deutschland unmöglich. Dort müssen stärkere Teams nicht ganz unten anfangen. So halte sich aber für viele Gegner der Unterländer der Spassfaktor in Grenzen, weil die Niederlage bereits vorprogrammiert sei, sagt Surber.

Dadurch verwandeln sich die Embracher von mutigen Spartanern im Cup zu ungeliebten Römern in der Meisterschaft. Solange der Volleyballverband keine Modusänderung vornimmt, können nur die Embracher diesen unbefriedigenden Zustand beenden - indem sie einen Aufstieg nach dem anderen realisieren. Die Viertligisten aus Embrach (rot) fanden nur selten den Weg am Block von Servette Star Onex vorbei. Foto: René Kälin

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